Update: Mein größter Fehler: PV-Anlage anstatt MSCI-World

Update: Mein größter Fehler: PV-Anlage vs. MSCI-World

Das Update

Im September 2022 hatte ich ja schonmal einen Artikel (Mein größter Fehler: PV-Anlage anstatt MSCI-World) über mein Invest in eine PV-Anlage veröffentlicht. Dieser hat auch sehr viele Kommentare erhalten. Vielen Dank schonmal dafür 🙏

Nun ist der Artikel aber schon wieder eine Zeit her und ich dachte mir, ein Update wäre nicht schlecht.
Außerdem habe ich diesmal zusätzlich ausgerechnet, was passiert wäre, wenn ich die erhaltenen Vergütungen durch die PV Anlage einfach in einen MSCI-World investiert hätte. Quasi die Kombination von „sicherer“ PV-Anlage und „unsicherer“ Anlage an der Börse. Vielleicht hätte man damit ja doch den schnöden MSCI-World geschlagen? Wer weiß…

Viel Spaß beim Lesen!

Die Entwicklung seit Anfang an

Glücklicherweise läuft die Anlage seit Beginn ohne Kosten für Wartung oder Reparaturen. Hier gibt es also bis dato immer noch nichts Negatives zu vermelden.

Auf der Einnahmenseite lieferte die PV-Anlage über die Jahre relativ konstante Stromerträge, wenn auch im Trend leicht sinkend durch die normale Degradation der PV-Zellen:

Gesamtertrag in kWh der PV-Anlage

Kleiner Hinweis: Hier sind jetzt andere Werte an erzeugten kWh aufgetragen als im letzten Artikel. Der Grund dafür war eine Änderung in der Abrechnung, die ich übersehen hatte. Beim Durchsehen der alten Rechnungen für diesen Artikel ist mir das aufgefallen. Für die Wirtschaftlichkeitsberechnung macht das aber keinen Unterschied, da ich hier direkt mit den Erträgen in € gerechnet habe und nicht mit den kWh.

Von den gesammelten kWhs gingen noch einige im Eigenverbrauch ab:

Eigenverbrauch kWh seit 2011

Was gab es dafür an Vergütung, und wieviel konnten wir dadurch an Stromkosten sparen? Hier habe ich der Einfachheit halber 0,30 € pro selbst verbrauchte kWh für den Zeitraum bis inklusive 2021 angesetzt. Im Jahr 2022 dann 0,40 € / kWh und ab 2023 dann wieder 0,30 €.

Vergütung Netto für PV-Anlage seit 2011
Eigenverbrauch PV-Anlage in gesparten Kosten

Zusammen genommen ergab sich also folgender Cashflow:

Vergütung Netto inklusive Eigenverbrauchseinsparung

Vergleich mit MSCI-World

Um korrekt zu Vergleichen, habe ich mir hier die Kurse des MSCI-World-Index jeweils Anfang September kopiert und angenommen, dass ich am 01.09.2011 die 21.000 € darin investiert hätte statt in die PV-Anlage.

Dabei ergibt sich dann folgendes Bild:

Vergleich mit dem MSCI World

Erklärung: Die Börsenanlage in den MSCI-World (ganz oben in hellem orange) könnte ich jederzeit zum angezeigten Wert verkaufen (hier habe ich schon großzügig 26,5 % Steuer auf den Ertragsanteil abgezogen, Teilfreistellung würde eigentlich noch oben drauf kommen und damit die Steuern auf ca. 18,5 % senken).

Stand 01.09.2023 wären also aus den 21.000 € eine nette Summe von 69.218 € geworden, auf die ich jederzeit Zugriff hätte.

Die PV-Anlage hat es ohne Eigenverbrauch nun endlich geschafft, die Investitionskosten wieder einzuspielen und insgesamt 2.701 € Gewinn zu produzieren. –> Endsumme: 23.701 €
Rechnet man die gesparten Kosten durch den Eigenverbrauch mit ein, steigt der Gewinn auf 8.167 € und damit die Endsumme auf 29.167 €.

Fraglich ist, welche Summe man aktuell für die Anlage bei einem Verkauf bekommen könnte. Rein steuerlich sind von den 21.000 € zum Stichtag ungefähr 8.000 € noch nicht abgeschrieben. Setzen wir diese an, wären wir inkl. Eigenverbrauch bei bestenfalls 37.167 €.

PV-Anlage und Börse kombiniert

Wie in der Einleitung schon angekündigt, habe ich diesmal noch die Mischung berechnet.
Also zum Start die PV-Anlage für 21.000 € gekauft und anschließend jedes Jahr die Erträge durch die Abschlagszahlungen im MSCI-World angelegt. Um die Komplexität der Berechnung nicht ausarten zu lassen (und auch, um mir selbst Zeit zu sparen 🙈) habe ich die Abschlagszahlungen virtuell gesammelt und erst am Ende des Jahres „investiert“.

Die Anregung dafür kam übrigens in den Kommentaren und Zuschriften per Email mehrmals. Vielen Dank dafür!

Das Ergebnis seht ihr in der obigen Grafik (die dunkelorange Linie). Hier wären wir aktuell bei einem Endstand von 34.886 €. Rechnet man noch den etwaigen Verkaufsertrag von 8.000 € dazu, kommen wir auf 42.886 €.

Mit Eigenverbrauch kommen wir auf 46.935 € und mit Verkaufsertrag auf 54.935 €.

Fazit

69.218 gegenüber 37.167 €. MSCI-World gegenüber staatlich geförderter PV-Anlage. Und das auch nur, wenn ich die Anlage wirklich für 8.000 € verkauft bekomme…

Rechnen wir uns doch mal die Renditen beider Geldanlagen aus:

Nachsteuergewinn MSCI-World: 48.218 € über 12 Jahre ergibt eine durchschnittliche Jahresrendite von: 10,45 %

Bei der PV-Anlage sind aktuell aus 21.000 € Anfangsinvestment Stand jetzt (und das nur bei einem erfolgreichen Verkauf) 37.167 € geworden. Das macht eine Rendite von: 4,87 % p.A.

Wenn man ohne Verkauf rechnet, sind aus den 21.000 € genau 29.167 € geworden. Das macht dann eine Rendite von 2,77 % p.A.

Neu in dieser Auswertung: Die Kombination. Diese hätte sich auf 42.886 € entwickelt (inkl. angenommenem Verkaufserlös von 8.000 €). Das macht dann eine Rendite von 6,13 % p.A. was schon wesentlich besser ist. Hier kann die Renditemaschine Börse ihre Arbeit zumindest zum Teil verrichten.

Addiert man noch die eingesparten Kosten für den Eigenverbrauch und den etwaigen Verkauf dazu kommt die Kombination sogar auf 54.935 €. Das entspricht 8,34 % p.A.

Nachdem man sich diese Zahlen ansieht, fällt das Fazit sehr leicht: Die PV-Anlage war immer noch eine meiner dümmsten Investitionen überhaupt.

Und dabei habe ich jetzt noch nicht mal mitgerechnet, dass ich jedes Jahr Zeit in die korrekte steuerliche Abrechnung investieren muss, dass jederzeit ein Modul oder ein Wechselrichter kaputt gehen können, welche dann größere Kosten nach sich ziehen oder – und das ist viel wichtiger – dass ich mit dem Geld mittlerweile mit einer Anlage in meinen Optionshandel eine Rendite jenseits der 15 % Netto im Jahr erzielen könnte.

Ich kann ja nicht mal aktuell die Entscheidung treffen, die PV-Anlage zu verkaufen und das Geld damit umzuschichten, da ich vermutlich keinen Käufer finden werde, welcher mir die Anlage zu vernünftigen Konditionen abnehmen würde. Also bleibt mir nichts anderes übrig, außer zu hoffen, dass keine Reparaturkosten auf mich zukommen und ich am Ende der Lebensdauer nicht auch noch Entsorgungskosten zu zahlen habe. Bis dahin werde ich weiter die Zahlungen aus der Stromeinspeisung dankend annehmen und anderweitig gewinnbringend investieren.

Wie sieht es bei dir aus?

Hast du auch eine PV-Anlage?

Wenn ja, welche (kWpeak, wo, seit wann)

Wie sind deine Erfahrungen damit?

Ich beschäftige mich seit 2015 mit den Themen Finanzen, Frugalismus, Lebensführung und der Frage, wie man ein erfülltes Leben führt. Die finanzielle Unabhängigkeit habe ich schon erreicht. Jetzt geht es darum, mein Wissen zu teilen und anderen zu helfen, ebenfalls ein erfülltes Leben zu führen.

8 thoughts on “Update: Mein größter Fehler: PV-Anlage anstatt MSCI-World

  1. Moin,

    ich bin neu hier, aber wurde auf diesen interessanten Artikel hingewiesen. Auf jeden Fall vielen Dank für den wertvollen Beitrag!
    Die „moralische“ Diskussion ist zwar ebenfalls super spannend, aber nochmal zurück zum monetären:

    Ganz so arg scheint mir die Investition nicht gewesen zu sein. Einige Annahmen lassen sie schwach erscheinen:
    – Kapitalertragssteuern werden ignoriert
    – der Restwert der Anlage wird mit 8000€ abgeschätzt. Das entspricht nicht annähernd dem, was sie noch liefern wird

    Ich wage mal eine Gegenrechnung aufzustellen. Dabei will ich die beiden Punkte beachten. Steuern sind soweit leicht einzurechnen. Um das Problem mit dem Restwert anzugehen werde ich einfach die Gesamtlebensdauer betrachten, die ich mit 25 Jahren ansetze.

    MSCI World
    Im Artikel werden die konkreten letzten ~12 Jahre betrachtet. Das ist für den Rückblick sinnvoll. Wer aber auf Grundlage dieses Artikels die Entscheidung über eine neue PV trifft, muss ja die zukünftige Entwicklung kennen. Die natürlich nicht vorhersehbar ist. Ich würde dennoch das laaangjährige Mittel des MSCI World als Referenz heranziehen: 8% Rendite bei 3% Inflation seit 1970 (korrigiert mich gerne).

    Investition: 21.000€
    8% Rendite
    Endsumme vor Steuern: 21.000 * 1.08^25 = 143.818€
    Steuern (26,375% auf Gewinn) = (143.818-21.000) * 0.26375 = 32.393
    Endsumme nach Steuern: 143.818 – 32.393 = 110.879€

    Jetzt wollen wir die Rendite bestimmen: Welcher Faktor wurde 25 jahre lang draufgerechnet um aus 21k 110k zu generieren.
    21.000€ * x ^ 25 = 110.879€
    => x ^ 25 = 110.879€ / 21.000€
    => x = (110.879 / 21.000) ^ (1/25)
    => x = 1.0688
    Also 6.8% rendite nach Steuern
    Reale rendite (vereinfacht, nach Steuern): 3.8%

    Das ist also unser Referenzwert den die PV schlagen muss. Ich bin wie gesagt neu hier, zudem kein echter Frugalist, dieser Wert wird je nach Lebensumständen natürlich anders ausfallen. Aber wer das hier liest hat bestimmt Erfahrung damit den Wert für sich zu bestimmen.

    So far so good, schwieriger wird es jetzt bei der PV. Deine Einnahmen liegen relativ konstant bei 2.300€. Ich werde diesen Wert auch für die Zukunft als konstant annehmen. Das ist natürlich vereinfacht. Effekte die Einfluss haben wären etwa die Degration der Module oder die Inflation des Strompreis (Achtung: Betrifft nur Eigenverbrauch, die Einspeisevergütung bleibt soweit ich weiß konstant, oder?).
    Die jährlichen Einnahmen will man natürlich nicht rumliegen und verfallen lassen, sondern re-investieren. Für einen „reinen“ Vergleich von PV _vs_ MSCI sollte man sie natürlich wieder in neue PV Anlagen investieren. Klar, man kann nicht jährlich eine neue Anlage aufs Dach setzen, aber es gibt ja Genossenschaften oä. Da kann man jährlich investieren und es wird auch jährlich gebaut. Wir re-investieren jetzt also in PV Anlagen. Nur: Welche Rendite haben die denn? Das wollen wir doch gerade berechnen! Hier tritt ein Zirkelschluss in der Berechnung auf (Es wird also eine Differentialgleichung wenn ich mich nicht irre). Kann man bestimmt sauber analytisch lösen, ich mache es im folgenden aber mal „dreckig“ mit einer Exceltabelle:

    Investition 21000
    rendite (annahme) 1,05

    Jahr | Einnahme | Akkumuliert
    1 2.300 2.300
    2 2.300 4.715
    3 2.300 7.251
    4 2.300 9.913
    5 2.300 12.709
    6 2.300 15.644
    7 2.300 18.727
    8 2.300 21.963
    9 2.300 25.361
    10 2.300 28.929
    11 2.300 32.676
    12 2.300 36.609
    13 2.300 40.740
    14 2.300 45.077
    15 2.300 49.631
    16 2.300 54.412
    17 2.300 59.433
    18 2.300 64.704
    19 2.300 70.240
    20 2.300 76.052
    21 2.300 82.154
    22 2.300 88.562
    23 2.300 95.290
    24 2.300 102.355
    25 2.300 109.772
    Gesamt 115.261
    rendite (tatsächlich) 1,070

    Hier multipliziere ich den bisher akkumulierten Gewinn mit einer angenommenen Rendite (zunächst 5%) und summiere jährlich 2300€ dazu.
    Die „tatäschliche“ Rendite errechne ich dann aus dem Gesamtgewinn und der Investition. Hierbei stellt man fest, dass wir insgesamt 7% jährliche Rendite hatten, unsere Annahme von 5% war also zu niedrig angesetzt.
    Das kann ich jetzt auf 7% erhöhen, dadurch ergibt sich eine höhere gesamtrendite, darum muss ich die annahme erhöhen, daraus erigbt sich eine höhere gesamtrendite, … usw
    Eben der Zirkelschluss. Wenn man das ein paar mal macht kommt man auf:

    Investition 21000
    rendite (annahme) 1,10

    jahr einnahme Akkumuliert
    1 2.300 2.300
    2 2.300 4.830
    3 2.300 7.613
    4 2.300 10.674
    5 2.300 14.042
    6 2.300 17.746
    7 2.300 21.820
    8 2.300 26.303
    9 2.300 31.233
    10 2.300 36.656
    11 2.300 42.622
    12 2.300 49.184
    13 2.300 56.402
    14 2.300 64.342
    15 2.300 73.077
    16 2.300 82.684
    17 2.300 93.253
    18 2.300 104.878
    19 2.300 117.666
    20 2.300 131.732
    21 2.300 147.206
    22 2.300 164.226
    23 2.300 182.949
    24 2.300 203.544
    25 2.300 226.198
    Gesamt 248.818
    rendite (tatsächlich) 1,104

    Eine Rendite von etwa 10% (real entsprechend rund 7%).
    Damit wäre die PV besser als der MSCI World im jahrzehntelangen Mittel. Und fast gleichauf für die letzten 12 Jahre.

    Ich bin ehrlich gesagt selbst überrascht, ich hätte erwartet, dass der MSCI besser wäre. Aber natürlich treffe ich eine Reihe von Annahmen die nicht für jeden gelten müssen. Und womöglich steckt ja auch noch ein echter Fehler in der Berechnung? Checkt gerne einmal gegen, die excel findet sich hier:
    https://www.file-upload.net/download-15330120/FinanznomadePV.xlsx.html

    Annahmen / Vereinfachungen:
    – 25 Jahre Lebensdauer
    – Abgeltungssteuer vernachlässigt (jährliche vorrauszahlung auf Gewinn. Über 25 Jahre höchst relevant!)
    – Kapitalertragssteuer wird voll gezahlt (Tipps zum umgehen gibt es hier im Blog ja einige)
    – Einkünfte aus PV werden jährlich neu in PV investiert (in der praxis natürlich so nicht möglich. Vlt. über PV-Genossenschaften oder ähnliches)
    – Einkünfte PV konstant
    – Keine Reparatur notwendig (Etwa Austausch Wechselrichter)
    – EEG läuft nach 20 Jahren aus (was passiert eigentlich danach?)
    – EEG-Vergütung bleibt steuerfrei

    1. Hallo Ben,

      wow, das ist mal ein Kommentar! Ist ja eigentlich schon ein eigener Beitrag. Respekt!

      Hier mal meine Antwort:
      Deine beiden Kritikpunkte (keine Kapitalertragsteuer und Restwert der Anlage) muss ich leider gleich am Anfang negieren.
      1) Ich habe beim MSCI-World schon die Kapitalertragsteuer auf die Gewinne weggerechnet (OK, keine Kirchensteuer, aber da bin ich ausgetreten). Es wäre sogar noch besser, da beim ETF ja eine Teilfreistellung von 30 % anfällt, welche ich gar nicht berechnet habe).
      2) Der Restwert der Anlage entspricht tatsächlich ungefähr dem aktuellen Marktwert (sogar noch etwas weniger). Ich hatte zwei Angebote nach meinem letzten Beitrag dazu bekommen, die in etwa diese Höhe hatten.

      Zu 2) Warum ist das so?
      Weil der neue Käufer der Anlage auch noch Gewinn machen möchte und das Risiko (etwas geht kaputt, Degradation) tragen muss. Außerdem muss er sich am Ende der Einspeisevergütung um die Entsorgung kümmern. Daher bemisst sich der Preis nicht nach den noch zu erwartenden Zahlungen, bzw. wird einen großen Abschlag dazu haben.

      Zum Rest: Deine Renditeberechnung des MSCI-World mit 8 % in Zukunft stimmt soweit, dass 6,88 % p.A. nach Steuern rauskommen.
      Zumindest, wenn man die Teilfreistellung nicht berücksichtigt…

      Kommen wir nun zur nachfolgenden Rechnung.
      Erster Fehler: die Einspeisevergütung gibt es nur 20 Jahre und keine 25 Jahre. Danach bekommst du nur marktübliche Preise (aktuell ca. 2 Cent pro eingespeister kWh). Das heißt, ab dem 21. Jahr gibt es nicht mehr 2.300 € sondern 587 € (160 € Einspeisung und ca. 425 € eingesparter Eigenverbrauch).

      Zweiter Fehler: Du denkst, du kannst über Dritte in PV zu Kleinbeträgen investieren und bekommst damit die gleiche Rendite als wenn du selbst investieren würdest. Das klappt nicht, da der Vermittler / Betreiber auch etwas verdienen will, also du weniger Rendite bekommst.

      Dritter Fehler: Die Einspeisevergütung sinkt ständig (ja, auch die Modulpreise), aber unterm Strich bleibt immer weniger Rendite übrig.

      Und dann verstehe ich nicht, warum du die angenommene PV-Rendite erhöhst und erhöhst, bis du bei 10 % landest. Was ist hier die Abbruchbedingung der Erhöhung? Warum passt es genau bei 10 % und nicht bei 7 oder 15?

      Vielleicht kannst du hier mal noch Klarheit in deine Rechnung bringen?

      Liebe Grüße,
      Manuel

      1. 1) Ah, wer lesen kann ist klar im Vorteil, die Steuer ist also bereits eingerechnet.
        2) Mag sein, dass es dir keiner zu höheren Preisen abkauft. Aber relevant ist ja, was du damit noch verdienen wirst. Nicht, was dir jemand bietet, der selbst Gewinne einstreicht.

        Zur Rechnung und ihrer Schwächen:
        1) Ende der Einspeisevergütung: Interessant, nach 20 Jahren ist das also vorbei. Dann sollten wir die Gewinne ab dem 21. Jahr entsprechend reduzieren.

        2) In der Tat ist eine jährliche Neuinvestition auf dem eigenem Dach kaum möglich. Es wäre für den Vergleich aber unfair, beim MSCI die Gewinne zu reinvestieren, während man das Geld bei PV rumliegen und versauern lässt.
        Anstatt einer eher theoretischen reinvesteition bei PV könnte man für einen fairen Vergleich auch das reinvestieren beim MSCI streichen. Also die jährlichen Gewinne realisieren. Das spiele ich gleich mal durch.

        3) Einspeisevergütung & Modulpreise fallen beide. Was stärker fällt, und ob somit die Rendite steigt oder sinkt, kann ich spontan nicht beurteilen. Aber mit dem Szenario, in dem wir die Gewinne abschöpfen, wäre diese offene Fragestellung auch umschifft.

        Davor aber noch zu der Rechnung:
        Wenn ich die Rendite anfangs zu niedrig ansetze und auf den tatsächlich erzielten Wert erhöhe, wird das ja wieder einen positiven Effekt auf die tatsächlich erzielte Rendite haben. Deswegen steigt sie in jedem schritt, aber nicht gegen unendlich, sondern gegen einen Grenzwert.
        Alternativ kann man die Rendite auch erst zu hoch ansetzen und immer wieder verringern, dann wird man sich dem selben Grenzwert (im vorigen Beispiel eben ~10%) annähern.
        Von welcher Seite man startet ist also egal. Abbruchbedingung ist ein hinreichend geringer Abstand von Schätzung zu tatsächlichem Wert (im vorigen Beispiel 0,4%).

        Nehmen wir jetzt also in einem neuen Szenario an, dass die Rendite, die die Investition abwirft, genutzt werden soll. Tatsächlich kein abwegiges Szenario, zum Beispiel wenn man als erfolgreicher Frugalist am Ende der Ansparphase in die nächste Phase übergeht und auch seinen Lebensunterhalt bestreiten möchte.

        PV Anlage
        21.000€ investiert,
        Jährliche Gewinne von 2.300€ für 20 Jahre, danach 587€ für 5 Jahre.
        Einnahmen: 2.300*20 + 587*5 = 48.935€

        MSCI World
        Wie bei der PV Anlage auch, wollen wir nach 25 Jahren bei 0€ auskommen. Wir realisieren also die Rendite von 8% vollständig und schmelzen unser Depot jährlich um 4% (oder 840€) ab.
        Einnahmen: 840€ * 25 + (21.000€ + 840€)/2 * 25 * 0.08 = 21.000€ + 21840€ = 42.840€
        (Wen’s interessiert, die zweite Hälfte der Formel ergibt sich aus der Gaußschen Summenformel, cooles Ding)

        Auch in diesem Szenario schlägt die PV den MSCI!

        Annahmen / Vereinfachungen:
        – Die Auszahlraten sind nicht gleich. Beim MSCI wird erst viel ausgezahlt und dann sukzessive weniger. Die erste Rate ist 2520€, die letzte 840€. Man könnte das abschmelzen auch so gestalten, dass die jährliche Auszahlung konstant bleibt, das ist aber rechentechnisch aufwendiger. Overall hat das den Effekt, dass der MSCI etwas schlechter dasteht
        – Steuern habe ich diesmal ignoriert! Das lässt den MSCI besser dastehen. In diesem Szenario ist es aber wirklich nicht abwegig, dass man die Steuern durch Freibeträge abwenden kann.
        – Ich ignoriere Inflation. Später realisierte Gewinne sind natürlich weniger wert. Das lässt die PV Anlage besser dastehen als sie ist.

        Natürlich ist das nicht das Standardszenario eines Frugalisten. Erstmal geht es ums investieren und um den Zinseszins. Praxisnah ist die Variante „Anfangsinvestition in PV, Gewinne daraus investieren“. Das wird vermutlich auch das sein, was du gemacht hast / noch tust.
        Die Annahme, der Restwert wäre nur 8.000€ ist aber fern der Realität! Ich bin optimistisch, dass wenn du nach 25 Jahren die Anlage abbauen lässt und die Endabrechnung aufstellst, du keine schlechte Investition getätigt hast.

        1. Hey nochmal,

          zu 2) Ne, relevant ist, was die Anlage aktuell wert ist, also was mir der Markt dafür bezahlen würde.
          Ist ja bei einem Investment an der Börse genauso. Da sind die Aktien oder ETFs auch gerade das Wert, was der Börsenkurs ist.
          Und zwar unabhängig von den noch zu erwartenden Ausschüttungen / Dividenden / Kurssteigerungen.

          Zur Rechnung:
          1) Genau 👍
          2) Hier habe ich ja gerade sogar die Version gerechnet, dass die Erträge aus der PV in den MSCI World investiert werden (siehe mein Beitrag)

          Wie kommst du denn jetzt auf die 10 %?
          Ich habe in deiner verlinkten Excel bisschen rumgespielt, aber trotzdem verstehe ich nicht, was die Bedingung ist, dass du denkst, 10 % ist richtig?

          Generell: Ich finde deine Gedankenspiele ja sehr interessant.
          Aber: Es sind eben Gedankenspiele. Und bei den getroffenen Annahmen gehen unsere Meinungen auseinander.

          Daher: Im Beitrag habe ich gezeigt, was eine Anlage in den MSCI-World bisher gebracht hätte, anstatt der PV-Anlage.
          Also keine fiktiven Zahlen sondern die tatsächlichen, realen.
          Natürlich nur für genau meine Situation (Einstiegszeitpunkt, Investitionshöhe, PV-Anlagen-Größe und -ausrichtung, etc.).

          Und das hat auch erstmal gar nichts damit zu tun, ob ich Frugalist bin oder nicht.
          Es sind einfach nur die nackten Zahlen.

          Übrigens habe ich hier: https://derfinanznomade.de/2022/12/17/grosses-update-zur-pv-anlage-jahressteuergesetz-2022/ mal berechnet, welche Rendite bei neuen Anlagen zu erwarten war (Im Jahr 2022).

          Von daher: Für mich war es eine schlechtere Anlage als der MSCI-World. Und nach allen bisherigen Berechnungen bleibe ich auch dabei, dass ich eine Anlage in einer PV-Anlage nicht empfehlen kann.

          Liebe Grüße,
          Manuel

  2. Hallo Manuel,
    mir ging es nie um Autarkie und ich bezahle mit meiner Stromrechnung auch in erster Linie Netzentgelte und Steuern, praktisch keinen Verbrauch. Dazu bin ich gern bereit, da, wie Du richtig schreibst, echte Autarkie nur mit extremem Aufwand (und natürlich wieder extremen CO2 Ausstoß) verbunden ist. Ausserdem halte ich funktionierende Stromnetze für eine wichtige Infrastruktur, für die ich auch bereit bin, meinen Teil bei zu tragen.

    Das in deinem ersten Absatz angeführte Argument lasse ich nicht gelten. Ich weiß nicht, auf welche Quellen Du Dich beziehst. Für die PV Module selbst ist die Rechnung einfach und in einer Studie vom Fraunhofer Institut schon länger veröffentlicht: Die Zeit, die es benötigt, um die bei der Produktion von PV Modulen (+ Transport, + Aufstellung) CO2 Menge wieder reinzufahren liegt in Europa unter 1,5 Jahre (also ca. 18,5 Jahre CO2 freie Stromproduktion) und in Asien sogar unter 1 Jahr- von daher hast Du natürlich Recht mit Deinem Südostasien Argument- aber auf das Konsumverhalten oder Energieverhalten der Menschen dort habe ich keinen Einfluß, auf mein eigenes schon.

    Den Speicher habe ich mir auch sehr lange und intensiv überlegt. Man geht von 125kg CO2 Emission pro KWh Speicher aus, bei unserem 10 kWh Speicher also 1250kg (1,25t, entspricht zweimal ein Economy Flug Frankfurt- Tokyo und zurück pro Passagier), das ist nicht wenig, die ich wieder „hereinfahren“ muss. Ideal wäre dabei, wenn mein Speicher Teil des öffentlichen Stromnetzes würde, also mein Versorger quasi Zugriff auf meinen Speicher hätte. Das ist aber (leider) noch Zukunftsmusik. So kann ich das Co2 nur über die deutliche Erhöhung der Eigennutzung hereinfahren- und wie ich ja ausgeführt habe, ist das über einen großen Teil des Jahres bei uns der Fall. Ich gehe aktuell davon aus, dass es etwa 3-4 Jahre dauert, bis wir die Herstellungsemissionen des Speichers auf diese Art und weise wieder egalisiert haben (Rechnung: etwa 400g CO2/kwh Netzstrom, etwa 1000kwh weniger Entnahme aus dem Netz, damit etwa 400kg Co2 Einsparung/Jahr). Hängt natürlich vom Strommix ab, das macht die Sache schwierig, dennoch sollte irgendwann ein „Gleichstand“ erreicht sein, danach spart auch das Teil CO2, produzieren tut es sicher keines mehr. Die Diskussion wird auch gern bei Pelletsöfen geführt, dabei wird leider übersehen, dass im Wald verrottendes Holz sehr wohl auch seine CO2 Speicherfunktion verliert. Ich habe mich vor der Entscheidung für/gegen PV, für/gegen Speicher ausführlich informiert, lange überlegt, viel berechnet und wollte nie Geld mit der PV verdienen. Am Ende wird es bei mir bestenfalls ein Nullsummenspiel. Ziel war immer eine möglichst CO2 neutrale Wohnweise (auch durch Beschränkung zB der Wohnfläche, Wahl lokaler Handwerker etc. Ja, wir hätten auch gern einen Altbau saniert, haben aber leider trotz erheblichen Leerstandes keine akzeptablen Angebote erhalten).

    Ich gehe davon aus, dass es in 20 Jahren, wenn der Speicher wohl sein Lebensende erreicht haben wird (dazu gibt es noch keine guten Studien, aber ich habe einen 10 Jahres Test gefunden, der besser als erwartet ausfiel), ausreichend know how zum Thema Recycling dieser Speicher geben wird, was hoffentlich in Zukunft Co2 und andere Umweltfaktoren deutlich verbessern wird.

    Die Herstellung der WP dürfte in etwa die gleiche Co2 Bilanz haben wie jede andere Heizungsart auch: Auch ein Öl- Gas- oder Pelletsofen ist nicht aus Honigwachs hergestellt. Eine Heizung brauche ich aber in den Monaten Oktober bis April in jedem Fall.
    Auch den Rest des Jahres wird 100% unseres zB Warmwasserbedarfs durch die WP gedeckt, wir sind ein 4 Personen Haushalt..
    Nochmals: Unser Gesamjahresnetzverbrauch liegt bei ca. 1000 kWh Strom (inclusive Heizung), der Durchschnittsverbrauch eines 4 Personenhaushalts in Österreich (ohne Heizung) bei ca. 4500 kWh.

    Bei deinen Anmerkungen zum Thema Konsum, Dauer der Benutzung von zB Kleidung, tägliche Mobilität (wir haben ein Auto, Verbrenner, verbrauchsarm, gebraucht, >200000km), benutzen aber möglichst ÖPNV oder Fahrrad, sind wir absolut einer Meinung. Mülltrennung- und noch wichtiger- Vermeidung sind ebenfalls ein Thema, das wir auch mit unseren Kindern versuchen umzusetzen.

    Auch beim Thema Elektro Mobilität sind wir wahrscheinlich d accord. Ich gehe im Augenblick davon aus, dass unser nächstes Auto ein kleines e mobil einer carsharing Firma in der Nähe wird. Wahrscheinlich ist das auch die Lösung für das Thema Individuelle Mobilität, wenn wir nicht alle in Megacities mit > 1000000 Einwohner leben wollen (will ich nicht!).

    Moralischer Ablasshandel? Mir ging es eher darum, klarzumachen, was heute schon an Energieeinsparung möglich ist. Unser Haus ist nie als Passivhaus geplant gewesen, ist aber de facto eines geworden. Die Effizienz der WP hat meine Erwartungen weit übertroffen. Der Ertrag und die Eigennutzungsquote der PV finde ich ebenfalls unfassbar. Und in meinem Umfeld erlebe ich, wie schnell noch eine (funktionierende) Gasheizung erneuert wird, damit man die nächsten 30 Jahre so weitermachen kann wie bisher, Motto: nach mir die Sintflut. Der Nachbar stellt für 20000 Euro lieber einen Wintergarten statt einer PV Anlage auf. Ja, es kann auch schwierig sein mit erneuerbaren Energien (Altbau in der Stadt…) Aber wenn wir nicht anfangen, auch mit kleinen Schritten, wird das Pareto Prinzip (das ich übrigens hasse- ich mache meine Arbeit, wenn es geht zu 120%) uns nicht retten- weil 0% Verbesserung bleibt 0%, egal mit was ich es multipliziere (frei nach C. Munger)….

    Liebe Grüße in die alte Heimat Niederbayern (wo die Sonne auch oft scheint…)

    Medicus

    1. Hey nochmal,

      Ich sprach vom Erntefaktor Energie und nicht vom CO2.
      Siehe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor#Erntefaktoren_und_Amortisationszeiten_einiger_Kraftwerkstypen

      PV hat Erntefaktor 14-33, aber ohne Akku. Der macht es wesentlich schlechter, habe aber grade keine Zahlen zur Hand. Problem ist, dass man riesige Akkus benötigt, damit man tatsächlich vergleichen kann. Schließlich brauchst du rund um die Uhr Strom, auch wenn die Sonne mal Tage nicht scheint und deine Wärmepumpe heizen soll.

      Erdgas und Kohle kommen auf 28-31, Atomkraft auf 106. Die liefern aber ständig und nicht nur manchmal.

      Zum letzten Absatz:
      Deinem Nachbar ist seine Lebensqualität halt wichtiger, als die Moralvorstellung von momentan vielen. Vielleicht kann er aber auch rechnen und kommt zu dem Schluss, dass Gas günstiger als PV + Akku + Wärmepumpe ist. Und vielleicht legt er ja das so gesparte Geld an der Börse an und kann damit problemlos die Steigerungen im Gaspreis bezahlen? Wer weiß…

      Vielleicht hat er aber auch erkannt, dass es weltweit gesehen nichts bringt, hier im Westen unter massiven Geldeinsatz ein paar Prozent zu sparen, solange woanders auf der Welt mit einem Bruchteil der Kosten massiv mehr erreicht werden könnte?
      Selbst wenn Deutschland komplett in der Höhle leben würde mit null CO2 Ausstoß, würden die weltweiten Emissionen nur um ungefähr 2% sinken und innerhalb kürzester Zeit von anderen Ländern kompensiert werden.

      Daher: solange die Technologie nicht wirtschaftlich besser ist als die bisherigen, wird sich global nichts ändern. Daran ändern auch massive Subventionen in Europa nichts. Und führen nur zu Wettbewerbsnachteilen unserer heimischen Wirtschaft. Früher oder später werden das noch ein paar merken, wenn sie ihre Jobs verlieren etc wegen Rezession usw.

      Liebe Grüße,
      Manuel

  3. Hey Finanznomade,
    erstmal danke für deine Berechnungen und ausführlichen Einblicke. Trotzdem muss ich jetzt meinen Senf dazu geben. Auch ich sehe meine PV Anlage als Investment- allerdings nicht als Investment in pekuniärem Sinn, eher als Investment in unser aller Zukunft und in die meiner Kinder und evtl auch Enkel.
    Auch ich habe ca. 20000 Euro auf dem Dach und im Keller liegen. In Österreich gibt es keine so üppige Einspeiseregelungen wie in old D, dafür muss ich mich hier nicht mit dem FA herumschlagen. Zwar blicke ich bisher nur auf ein Jahr PV zurück, aber zu meiner großen Überraschung ist unser Haus von Mitte März bis Mitte Oktober energietechnisch autark. Dank Wärmepumpe verbrauchen wir in dieser Zeit praktisch keinen Strom aus dem Netz. Unser gesamter Stromverbrauch inclusive WP aus dem Netz beträgt ca. 1000-1500 KWh (ja, Jahresverbrauch), das kostet in Österreich zwischen 30 und 40 Euro pro Monat, als Einspeisevergütung rechne ich mit ca. 300 Euro/Jahr, damit komme ich also fast auf 0 Energiekosten. Dabei wird- abgesehen von den Herstellungsemissionen- kein CO2 in den hoffentlich kommenden 19 Jahren freigesetzt. Und ja, damit geht es mir mental gut.
    Der Strompreis ist mir egal, da mit steigenden Preisen auch meine Einspeisevergütung steigt. Auch das ist ein gutes Gefühl.
    Ehrlich gesagt kann ich das Gejammer über Energiewende, Heizungsgesetz etc nicht mehr nachvollziehen. Dass wir unsere Emissionen herunterfahren müssen, ist sonnenklar. Viele Leute haben 2 und mehr PKW im Wert von >30000 Euro vor der Türe stehen, haben aber angeblich kein Geld für eine PV, eine LWP anzuschaffen, ein Dach zu dämmen oder die 30 Jahre alten Fenster zu sanieren. Natürlich wäre es pekunär sinnvoller gewesen, statt 20000 Euro in die PV zu investieren, diese in den MSCI World zu stecken, aber wie schon erwähnt, es ist keine finanzielle Entscheidung, sondern eher: wie will ich mein Leben hier gestalten? Vielleicht ein bisschen off topic, aber vielleicht auch eine Denkanregung für den ein oder anderen, der gerade vor der Entscheidung für oder gegen eine PV Anlage steht.
    LG
    Medicus

    1. Hallo Medicus,

      Erstmal vielen Dank für deinen Kommentar!

      Puh, ob eine PV-Anlage mit Speicher wirklich etwas für die Umwelt bringt, wage ich doch stark zu bezweifeln.
      Betrachtet man nämlich mal den Energieerntefaktor (wie viel Energie hat die Herstellung gekostet im Vergleich zur Energieernte über die Laufzeit) davon, sieht es sehr schlecht aus…

      Übrigens: in Deutschland muss man sich seit 2022 auch nicht mehr mit dem Finanzamt zwecks PV rumschlagen. Siehe meinen Artikel zum Jahressteuergesetz.

      Autark bist du tatsächlich nie, da du vermutlich kein Inselsystem installiert hast, was bedeutet, dass ohne Netz auch dein Haus stromlos ist. Obwohl der Akku vllt. noch voll wäre.
      Wenn dann bist du bilanziell autark (Einspeisung >= Verbrauch im Betrachtungszeitraum). Trotzdem wird es Phasen geben, wo die Sonne nicht scheint, der Akku leer ist, aber du Strom verbrauchst.

      Noch zum Thema Emissionen: Hier hilft tatsächlich mal ein Blick über den deutschen oder österreichischen Tellerrand. Also zum Beispiel mal eine Reise nach Südostasien. Dort laufen überall Klimaannlagen (auch nur eine Wärmepumpe) auf Hochtouren und der Strom kommt aus Kohle- und Ölkraftwerken. Man sieht so gut wie keine PV, obwohl es in diesen Ländern tatsächlich sinnvoller als bei uns wäre. Die haben nämlich Sonne satt und gleichzeitig den Strombedarf zum Kühlen. Auch ist da kaum was gedämmt, was den Energieverbrauch massiv senken könnte.

      Das hätte mal einen wirklichen Einfluss. Und nicht der Pseudo-Ablasshandel mit PV, Akku und Wärmepumpe bei uns.
      Gut fürs Gewissen mag es ja sein, aber das wars dann auch schon.
      Weder monetär, noch für die Umwelt noch für die Wirtschaft macht das bei uns Sinn. Dauert nur noch ein bisschen, bis das mal in der breiten Masse ankommt.

      Hier sollte man einfach mal nach dem Paretoprinzip arbeiten und dort ansetzen, wo es wirklich was bringt.

      Zum letzten Absatz: Ich sehe das eher so, dass mittlerweile PV-Anlagen als Rechtfertigung für irgendwelche Riesen-Elektro-SUVs herhalten müssen. Die Besitzer wähnen sich dann moralisch überlegen, weil sie ja angeblich so viel für die Umwelt tun.
      Am Ende ist und bleibt es aber nur ein moralischer Ablasshandel.

      Wer wirklich was für die Umwelt tun will, sammelt Müll, schränkt seinen Konsum ein, nutzt alle Gegenstände so lange es geht, repariert sie dann und tauscht nur im Notfall aus. Nur ist so ein Leben für die meisten nicht erstrebenswert, da kann man ja vor den Nachbarn nicht mehr angeben 🤷‍♂️

      Sorry, wenn meine Antwort da jetzt sehr ehrlich und direkt war, aber das musste mal raus.
      Vielleicht gibt es ja dem einen oder anderen mal einen Denkanstoß abseits des Mainstreams.

      Liebe Grüße,
      Manuel

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