Die Vorteile eines Privatiers

Vorteile Privatier

Seit April gehe ich ja keiner geregelten Arbeit mehr nach, sehe mich also als Privatier. Bisher habe ich aber noch nicht darüber geschrieben, welche Vor- (und auch Nachteile) das Leben als Privatier hat. Das muss sich jetzt aber ändern! Viel Spaß beim Lesen!

Privatier – was ist das eigentlich?

Fragen wir dazu doch mal Wikipedia:

Als Privatier gilt allgemein eine Person, die finanziell so gut gestellt ist, dass sie nicht darauf angewiesen ist, zur Deckung ihrer materiellen Bedürfnisse einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, und dies auch nicht oder nicht mehr tut – unabhängig davon, wie sie zu dem Vermögen gekommen ist. Der Privatier bezieht keine Unterstützung vom Staat und bezahlt sämtliche Steuern und sonstige Abgaben selbst. Privatiers haben in der Regel ein ausreichendes Einkommen aus ihren Vermögenswerten wie Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen.

Wikipedia, Privatier

Dem kommt die finanzielle Unabhängigkeit doch sehr nahe oder?

Die Lebenshaltungskosten sind durch Kapitaleinnahmen vollständig gedeckt, man muss also nicht mehr arbeiten. –> Check

Geht keiner Arbeit mehr nach. –> hmm, nicht komplette Zustimmung meinerseits.

Ich finde, auch als Privatier kann man einer freiwilligen, selbstständigen „Arbeit“ nachgehen. Zum Beispiel etwas handwerklich herstellen und dann verkaufen – ich denke da an einen Tischler – oder beratend tätig werden (Freelancer). Oder man geht einfach seinem Hobby nach (in meinem Fall Schreiben / Bloggen und Programmieren) und es ergibt sich daraus vllt. eine Einkommensquelle. Wer weiß?

Vorteile

Unabhängig von der genauen Definition schauen wir uns jetzt nachfolgend die Vorteile des Lebens als Privatier an:

Zeitliche Freiheit

Als erstes wäre hier die zeitliche Freiheit zu nennen. Schließlich ist das das Offensichtlichste, denn es fallen in der Regel bis zu 40 Stunden in der Woche weg, die der Normalo in der Arbeit verbringt.

Und das reicht nicht mal!
Schließlich muss man ja auch irgendwie in die Arbeit und wieder nach Hause kommen (Pendelzeit).
Außerdem fallen vielleicht Überstunden an oder eine lange, vom Chef festgelegte Mittagspause.
So dürfte der Durchschnittsarbeiter dann doch etwa 45 Stunden in der Woche für die Arbeit aufwenden (15 Minuten einfache Wegstrecke, 15 Minuten längere Mittagspause, 15 Minuten Überstunden, jeweils pro Tag an fünf Tagen die Woche).

Wenn auch noch Dienstreisen zum Job gehören erhöht sich die Stundenanzahl nochmal stark. So musste ich zum Beispiel zwischen einer und drei Wochen in fremden Ländern verbringen, wenn ich Anlagen ausgeliefert habe (in meinem früheren Job). In der Zeit fielen dann viele Überstunden an und Abends und an den Wochenenden war man nicht zu Hause bei seiner Freundin oder der Familie.

Doch wie kann man nun diese neu gewonnene zeitliche Freiheit nutzen?
Hier ein paar Ideen / Vorschläge:

  • morgens unter der Woche ins Kaffee
  • günstige Mittagsangebote in lokalen Restaurants nutzen
  • entspannt Einkaufen gehen (Lebensmittel oder anderes)
  • Transport von A nach B zeitlich völlig flexibel (Umgehung Rush-Hour)

Du kannst sogar sehr oft durch diese Flexibilität Geld sparen!

Weniger Stress als Privatier

Der nächste Punkt ist, dass man ein sehr viel stressfreieres Leben führen kann.

  • Du hast keinen nervigen Chef, der dir sagt, was du zu tun hast.
  • Keine nervigen Kollegen mehr.
  • Du bist nicht an gewisse Zeiten (Feierabend / Wochenende) gebunden und hast daher eine größere Flexibilität beim Abmachen von Terminen (zum Beispiel Ärzte, etc.) oder beim Durchführen von Besorgungen (Supermarkt, usw.)
  • Du kannst ins Fitnessstudio gehen, wann immer du willst (und es möglichst leer ist).
  • Du kannst dich in aller Seelenruhe deinen Projekten / Hobbys widmen und dir dabei Zeit nehmen.
  • Du kannst jeden Tag ausschlafen.

Vermutlich wirst du durch das verringerte Stressniveau sogar länger leben…

Vorteil: Mehr Erlebnisse / Reisen

Wenn du keinem Job mehr nachgehen musst, hast du auch nicht mehr das Problem des zeitlich beschränkten Urlaubs. Du kannst quasi jederzeit Reisen, wenn du das willst (und noch keine Kinder hast). Die Reise kann beliebig lange dauern, da du nicht nur 2 Wochen Urlaub genehmigt bekommen hast. Selbst wenn dir dein Chef die 6 Wochen Urlaub am Stück gibt, musst du danach wieder nach Hause. Als Privatier fällt diese Beschränkung komplett weg.

Einfach mal vier Wochen Langzeiturlaub in nur einer Unterkunft machen? Das ist jetzt möglich! Falls sich das interessant für dich anhört, solltest du mal nach Slow-Travelling googlen 😉

Außerdem kannst du viel spontaner auf günstige Angebote und Schnäppchen reagieren. Du hast für übermorgen eine günstige Last-Minute-Reise gefunden? Kannst du einfach buchen und genießen!

Dir ist heute spontan danach, in einen Freizeitpark zu fahren oder ein sonstiges Erlebnis zu machen? Nur zu!

Durch diese Freiheit wirst du ziemlich sicher ein höheres Glücksniveau erreichen!

Steuer / Einkommen als Privatier

Der nächste Vorteil ist im Steuersystem versteckt. Durch die fixe Abschlagszahlung von 25 % plus Soli (also insgesamt 26,38 % ohne Kirchensteuer) auf Kapitalerträge fällst du nicht mehr unter die schmerzhafte Steuerprogression. Jeder zusätzliche Euro wird weiterhin mit ca. einem Viertel versteuert. Egal, ob du 10.000 € oder 1.000.000 € im Jahr bekommst.

Aber Achtung vor Sozialneid! Die ausgeschütteten Erträge (Dividenden) wurden zuvor schon im Unternehmen mit rund 30 % versteuert (in Form von Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag) bevor sie überhaupt ausgeschüttet werden können. Effektiv ergibt sich dadurch eine gesamte Steuerbelastung von 48,47 % auf den Unternehmensgewinn.

Dies nur als Hinweis an alle, die die Abschaffung der Kapitalertragsteuer fordern, weil dadurch ja Aktionäre einen Vorteil gegenüber Arbeitern hätten. (Kein Arbeiter zahlt übrigens 48,47 % Steuer auf sein Einkommen, denn selbst der Reichensteuersatz (ab ca. 277.000 € Jahresgehalt) beträgt nur 45 %!)

Gut, man kann die Steuerlast noch senken durch die Günstigerprüfung. Noch nie davon gehört? Kein Wunder, das bringt auch normalerweise nichts, solange man noch in die Arbeit geht. Aber als Privatier kannst du vom Finanzamt prüfen lassen, ob du weniger Steuern zahlen musst, wenn du deine Kapitalerträge zusammen mit deinen restlichen Einkünften in einen Topf wirfst und mit der Einkommensteuer versteuerst. Das führt dann zu folgenden Steuersätzen, je nach Einkommen:

Einkommen (ZVE)Durchschnitts-
Steuersatz
verbleibendes
Monats-Netto
15.000 €4,91 %1.188 €
20.000 €9,78 %1.503 €
30.000 €15,67 %2.108 €
45.000 €21,19 %2.955 €
63.850 €26,38 %3.917 €
Berechnet für 2024

Hinweis: Das ZVE ist übrigens dein Einkommen, nachdem du schon Ausgaben für Krankenversicherung und Rentenversicherung abgezogen hast.

Erst ab 63.850 € jährliches ZVE zahlst du also genauso viel Steuern wie mit der normalen Kapitalertragsteuer. Darunter kannst du etwas sparen.

Diese Versteuerungsart ist daher vor allem für alle Frugalisten von großer Bedeutung, da sie durch die sehr geringen Ausgaben mit wenig Einkommen zurechtkommen.

Du kannst dein Einkommen aber auch anders aufteilen: Die Kapitaleinkünfte versteuerst du einfach mit den 26,38 %. Und nebenher arbeitest du noch etwas als Freelancer oder hast Affiliate-Einnahmen oder oder oder.

Dann bezahlst du bis 10.908 € erstmal gar keine Steuer auf diese zusätzlichen Einkünfte! Das sind dann 909 € im Monat steuerfrei!

Und bis knapp 30.000 € Einkünfte neben den Kapitalerträgen zahlst du darauf nur ca. 15 % Steuer. Das ist auch der Grund, warum ich seit April 2023 meine Einkünfte aus dem Blog und der Selbstständigkeit mit 15 % Steuer fiktiv in den Nettobetrag umrechne, welcher dann in den Monatsberichten aufgeführt ist.

Wenn du es geschickt anstellst, kommst du mit einem persönlichen Steuersatz < 25 % aus!

Nachteile

Jetzt haben wir einige Vorteile vom Leben als Privatier kennengelernt. Wo Licht ist, ist auch Schatten – heißt es so schön.
Natürlich gibt es auch Nachteile, wenn man als Privatier lebt.

Großer Nachteil: Krankenversicherung

Der wichtigste, beziehungsweise teuerste Nachteil ist die Krankenversicherung.

Solange du einen Job hast, musst du dich darum eigentlich nicht kümmern. Der Beitrag wird automatisch von deinem Gehalt abgezogen, der Arbeitgeber steuert auch noch was dazu und fertig.
Erst, wenn du richtig gut verdienst (über der Versicherungspflichtgrenze, in 2024 bei jährlich 69.300 €) kannst du dich zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden.

Diese Entscheidung darf (und muss) man als Privatier aber unabhängig vom Einkommen treffen.

Du stehst nun also vor der Wahl, weiterhin freiwillig gesetzlich versichert zu bleiben und damit 19,35 % aller (wirklich aller) Einkünfte als Beitrag abgeben zu müssen, oder dich um eine private Krankenversicherung zu bemühen.
Übrigens ist hier der Beitrag für die Pflegeversicherung schon inklusive (Personen ohne Kinder).
Zum Glück musst du auch als Privatier nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (von aktuell 62.100 € jährlich oder 5.175 € monatlich ab 2024) Beiträge zahlen.
Das bedeutet aber, dass dein Maximalbeitrag bei 1.001,36 € im Monat liegt. Im Jahr sind das über 12.016 €!
Zusätzlich gibt es noch einen Mindestbeitrag, der zu leisten ist, egal ob du so viel verdienst oder nicht. Dieser liegt bei 228 € (1.178,33 € fiktives Einkommen * 19,35 %).
Hinweis: Die Aufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegekasse können voll, die der privaten nur zu rund 80 % von der Steuer abgesetzt werden.
Was das konkret als Mitglied der GKV bedeutet, habe ich dir hier mal ausgerechnet (gerundet):

Brutto-EinkommenBeitrag / JahrZVE für EKStEKStverbleibendes
Netto / Jahr
verbleibendes
Netto / Monat
15.0002.90212.09818011.918993
20.0003.87016.13099715.1331.261
25.0004.83720.1631.99818.1651.513
30.0005.80524.1953.06021.1351.761
35.0006.77228.2284.18524.0432.003
40.0007.74032.2605.37326.8872.240
50.0009.67540.3257.93732.3882.699
60.00011.61048.39010.75137.6393.136
70.00012.01657.98414.42543.5593.629
100.00012.01687.98428.10359.8814.990

Der Vorteil bei der PKV ist, dass der Beitrag unabhängig vom Einkommen berechnet wird. Er wird festgelegt anhand deines Alters und Gesundheitsstatus beim Eintritt in die Versicherung.
Ja, er steigt weiterhin mit der gesundheitlichen Inflation, aber es wird auch bei der GKV der Beitragssatz immer mal wieder erhöht und die Beitragsbemessungsgrenze so gut wie jährlich ebenfalls erhöht.

Daher habe ich hier mal noch die gleiche Tabelle von oben, aber für die PKV gerechnet. Ich habe dabei die Beiträge angenommen welche ich hier als Angebot für mich selbst vorliegen habe. (550 € im Monat + 900 € Selbstbeteiligung im Jahr)
Hinweis: Es sind etwa nur 80 % des monatlichen PKV-Beitrags in der EKSt-Erklärung anrechenbar. Also 5.280 € pro Jahr.
Hier nun die Zahlen für die PKV:

Brutto-EinkommenBeitrag / Jahr
inkl. Selbstbehalt
ZVE für EKStEKStverbleibendes
Netto / Jahr
verbleibendes
Netto / Monat
15.0007.5009.72007.500625
20.0007.50014.72067511.825985
25.0007.50019.7201.88515.6151.301
30.0007.50024.7203.20319.2971.608
35.0007.50029.7204.61822.8821.906
40.0007.50034.7206.12826.3722.197
50.0007.50044.7209.43933.0612.755
60.0007.50054.72013.13539.3653.280
70.0007.50064.72017.20945.2913.774
100.000 €7.50094.72031.26961.2315.102

Nicht mit eingerechnet sind Jahre, bei denen man keine Leistungen in Anspruch nimmt (damit auch die 900 € Selbstbehalt nicht ausgibt und sogar eine anteilige Beitragsrückerstattung in Höhe von ca. 1.000 € bekommt) und ebenfalls nicht die Ersparnisse durch die bessere Versorgung der PKV.
So würde ich mir zum Beispiel konkret 10,14 € im Monat für meine Zahnzusatzversicherung sparen und außerdem jährlich 300 € für Brillen / Kontaktlinsen bekommen, die ich sonst selbst bezahlen muss. Zusätzlich sind sämtliche Kosten bei Rezepten (keine Zuzahlung!) und Impfungen für Auslandsreisen inklusive. Es gibt auch keine Grenzen für Hilfsmittel (zum Beispiel Hörgeräte im Alter) usw.

Zusammen würde das im Jahr ca. 721 € (also 60 € im Monat) ausmachen. (Ich habe angenommen, dass ich jedes 6. Jahr keine Leistungen in Anspruch nehmen muss)
Damit wäre der Unterschied PKV zu GKV monatlich:

Brutto-Einkommenmonatliches Delta
PKV zu GKV
15.000 €– 308 €
20.000 €– 216 €
25.000 €– 152 €
30.000 €– 93 €
40.000 €+ 17 €
50.000 €+ 116 €
60.000 €+ 204 €
70.000 €+ 205 €
100.000 €+ 172 €

Puh, das waren jetzt aber ganz schön viele Zahlen…
Dir raucht bestimmt auch der Kopf…

Ich hab es da schon ein bisschen leichter, weil ich mich schon seit Monaten mit diesem Thema beschäftige. Und ich habe euch hier jetzt mal nur die Momentaufnahme gezeigt.

Viel komplizierter wird es noch, wenn man das Ganze in die Zukunft projiziert (zum Beispiel bis zum 100. Lebensjahr).
Warum mache ich das? Weil es überall heißt, die PKV ist nicht mehr bezahlbar im Alter.
Und wenn ich mir den prognostizierten Beitrag im Alter von 67 anschaue und feststelle, dass der bei vermutlich über 1.350 € im Monat bei mir liegt, ist diese Angst gar nicht unbegründet.
Die GKV würde dann übrigens ca. 2.050 € im Monat kosten!
Schaue ich dann aber weiter links in die Spalte prognostiziertes Monats-Brutto lese ich ca. 8.750 €. Also ein bisschen was über 15,4 %. Und schon ist die Summe gar nicht mehr so angsteinflößend.
Dann geht der Blick nach rechts in die Spalte „prognostizierte monatliche Netto-Ausschüttungen aus Vermögen durch gesparten Beitrag“. Dort steht im selben Jahr: + 508 €!
Also kostet die PKV dann nur noch 842 € im Monat. Und das bei einem Einkommen von 8.750 €. Also total vernünftig und bezahlbar!

Fazit: Die Krankenversicherung ist ein wesentlicher Punkt der Finanzplanung bei Privatiers.

Soziale Kontakte als Privatier

Ein nächster Nachteil sind die reduzierten sozialen Kontakte. In der Arbeit hat man dann doch immer wieder mal Smalltalk mit den Kollegen, sei es beim Kaffee trinken oder beim Mittagessen oder auch mal zwischendurch.

Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden, da der Mensch einfach ein soziales Wesen ist und den Austausch braucht. Ein bisschen entgegenwirken kann man durch das Knüpfen von neuen Kontakten. Sei es im Fitnessstudio oder im Cafe um die Ecke, das man nun in der freien Zeit regelmäßig besucht. Außerdem bieten sich auch eine Mitgliedschaft in Vereinen an.

Tipp: Suche dir unbedingt neuen sozialen Umgang!

Verlottern

Der letzte Nachteil, der mir eingefallen ist ist das „Verlottern“. Ich verstehe darunter folgendes Phänomen:

Durch den fehlenden Druck morgens aufzustehen bleibst du länger im Bett liegen. Anschließend hast du keine Termine / keinen Stress, dich schnell fertig zu machen. Dadurch versumpfst du erstmal in den „sozialen“ Netzwerken. Danach geht es gemütlich ans Frühstück. Bis du schaust ist es Mittag. Dann überlegst du, was du alles machen könntest. Dir fällt nichts ein und so suchtest du erstmal ein paar Folgen deiner Lieblingsserie auf Netflix. Dann machst du dir noch Abendessen und danach geht es weiter. Schon ist der Tag um.

So oder so ähnlich stelle ich mir das „Verlottern“ vor.

Tipp: Suche dir unbedingt eine neue Aufgabe / ein Hobby!

Fazit

Wie wir gesehen haben, gibt es vielfältige Vor- und Nachteile im Leben eines Privatiers.

Insgesamt sehe ich aber die Vorteile überwiegen. Weniger Stress, mehr zeitliche Freiheit, die Möglichkeit zu Reisen sind alles erstrebenswerte Dinge meiner Meinung nach.

Und wie läuft es bei DerFinanznomade?

Gute Frage 😊

Seit 01. April 2023 bin ich ja ganz offiziell Privatier mit Gewerbeeinnahmen. Also irgendwie so eine Mischform von Privatier und Unternehmer. Die ersten 4 Wochen nach meinem letzten Arbeitstag habe ich genutzt, um ausgiebig zu entspannen und einfach in den Tag hinein zu leben. Natürlich habe ich auch ein paar Blogbeiträge in dieser Zeit verfasst. Sonst habe ich noch viel gelesen und auch die eine oder andere Folge (viele!) auf Netflix geguckt.

Dann ging es auch schon auf unsere erste 100-tägige Südostasienreise. Hier habe ich viele Eindrücke gesammelt, das warme Wetter genossen, am Strand oder Pool gechillt. Außerdem habe ich in dieser Zeit mein eBook geschrieben, einige Interviews gegeben und war in Podcasts zu Gast. Der Blog wurde auch immer wieder mit Beiträgen gefüllt und die Followerzahl auf den sozialen Netzwerken gesteigert. Man könnte also sagen, ich hatte viel zu tun 🙈

Danach folgte der 8-wöchige Heimaturlaub. Hier war ich mehr im Modus „verlottern“ 🫤
Aber auch so eine Phase muss mal sein. Die wenigen Wochen vergingen auch wie im Flug, aufgrund vieler Treffen mit Freunden / Verwandten.

Danach ging es auch schon auf unsere zweite (diesmal 200-tägige) Südostasienreise. 8 Wochen sind seitdem vergangen. Wir waren bisher 14 Tage in Kuala Lumpur und 6 Wochen auf Bali. In dieser Zeit habe ich quasi täglich an meiner neuen Finanzapp programmiert.
Ja, ich weiß, ich schreibe mittlerweile immer wieder, dass ich daran arbeite, aber noch habe ich nichts präsentiert. Das wird sich aber bald ändern 😉

Wie ist es uns bisher ergangen?
Wir haben ein paar Kontakte geknüpft (teils mit anderen Privatiers, teils mit Unternehmern, Freelancern oder auch nur Urlaubern). Ansonsten gab es viel „Arbeit“ mit Blogbeiträgen, Finanzapp und ein paar Coachings. Aber für mich ist das keine Arbeit. Es ist mein Hobby, meine Beschäftigung. Meine Garantie, nicht zu verlottern.

Und jetzt du!

Kennst du Privatiers?

Wie ist deren Leben so?

Wie haben sie diesen Status erreicht?

Bist du selbst ein Privatier?

Kennst du weitere Vor- oder Nachteile?

Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Ich beschäftige mich seit 2015 mit den Themen Finanzen, Frugalismus, Lebensführung und der Frage, wie man ein erfülltes Leben führt. Die finanzielle Unabhängigkeit habe ich schon erreicht. Jetzt geht es darum, mein Wissen zu teilen und anderen zu helfen, ebenfalls ein erfülltes Leben zu führen.

13 thoughts on “Die Vorteile eines Privatiers

  1. Hallo Manuel,
    wow, wow, wow. Ich bin heute morgen um halb 8 auf deinen Blog gestoßen und komme nicht mehr davon los. Privat beschäftige ich mich schon seit einigen Jahren mit dem Thema „finanzielle Unabhängigkeit“. Habe auch für mich schon alles schön aufbereitet und ausgerechnet. Meine große Unbekannte ist allerdings die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) als Privatier. Was ich noch nicht verstehe ist: Was genau zählt als Einkommen bei der GKV? Wenn ich beispielsweise ein noch junges Depot habe mit sagen wir 100.000€ und davon sind 10.000€ Gewinnanteil und ich im Jahr 1 als Privatier dieses Depot verkaufe, habe ich dann Einkünfte von 10.000€ oder von 100.000€? Falls es nur die 10.000€ sind ist ja alles ok und man kann zumindest für die erste Zeit als Privatier durch spät eröffnete Depots zuerst diese entsparen, da darauf tendentiell weniger Gewinn ist (LIFO-Prinzip).

    Viele Grüße,
    Joachim

    1. Hey Joachim,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das Lob! 🙂

      Zu deiner Frage:
      Bei der GKV zählt als freiwillig versicherter alles zur Beitragsberechnung dazu, was einem Einkommen / Gewinn entspricht.

      In deinem konkreten Beispiel daher nur die 10.000 € Gewinn.

      Wir haben in Deutschland aber nicht LIFO, sondern FIFO. Das heißt, es werden zuerst immer die Anteile verkauft, welche schon am längsten in deinem Depot liegen.
      Du kannst das natürlich durch verschiedene Depots / Positionen steuern 😉

      Magst du uns bissl was zu deinen errechneten Zahlen erzählen?

      Vielleicht sogar in Interview-Form?
      Schau gerne mal hier vorbei: https://derfinanznomade.de/2023/01/09/interviews-auf-der-finanznomade-de/

      Liebe Grüße,
      Manuel

  2. Hallo Manuel,
    super Blog. Habe ihn heute durch einen deiner Rechner entdeckt und gleich jede Menge Artikel gesuchtet.
    Ich kenne leider keine Privatiers in meinem Umfeld, werde die finanzielle Unabhängigkeit aber nach meiner Berechnung Ende 2024 erreichen – 6 Monate nach der Geburt meines zweiten Kindes 🙂 Das heißt erstmal wird mir nicht langweilig, aber ich lese schon mal fleißig bei dir mit, um alle Fallen zu sehen, die ich dann umschiffen muss (Verlottern klingt nach einer für mich :D)

    Freue mich auf weitere Artikel, vor allem wegen vielen persönlichen Parallelen (war mit meiner Freundin/Frau auch 3 Monate in Südostasien, dann 9 Monate auf Weltreise unterwegs) und gleichem Interesse an Steuer und Anlageoptimierung 😉

    VG
    MP

  3. Schöner Beitrag. Gefällt mir.

    Ich kenne einige Privatiers (aber auch Frührentner) die schon seit langen Jahren im Süden leben. Auffällig dabei ist, wie viele Suchtkrank (geworden) sind. Wie Du schreibst, sollte man sich auf jeden Fall dringend um Hobbys und Aktivitäten kümmern. Der Mensch braucht Aufgaben, Müßiggang ist ein schöner Teil des Lebens, sollte aber nie der Inhalt sein. Wenn man vorher schon weiß, dass man den Süchten des Lebens nicht abgeneigt ist (Koffein, Nikotin, Alkohol, Weed etc) und eine mögliche Gefahr besteht, hier zu „versumpfen“ oder wie du so schön schreibst „verlottern“, dann sollte man sich erst recht Gedanken und Pläne machen das sowas nicht passiert. Der Mensch ist von Natur aus süchtig nach Dopamin, nur sollten wir schauen, dass die Dopaminquelle eher in uns selbst liegt, oder durch gesunde Lebensweisen getriggert wird, anstatt durch Substanzen die uns irgendwann killen. Nicht falsch verstehen. Genuss ist nicht gleich Sucht, aber die Grenze verschwimmen für viele ziemlich schnell…

    1. Hey Hanseat,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das Lob 🙂

      Ja, das ist bestimmt ein Problem bei einigen, wenn zu viel Freizeit und zu wenig Aufgabe / Sinn da ist.
      Aber wie du schon schreibst, jeder ist unterschiedlich gefährdet für sowas.

      Zum Glück habe ich das angesprochene Problem nicht.
      Meine Sucht ist eher „die Arbeit“. Also momentan das Programmieren meiner App.
      Da gehen Stunden um Stunden aktuell drauf aber es macht mir auch wahnsinnig viel Spaß.
      Muss da eher schauen, dass die Freizeit auch noch irgendwo einen Zeitslot findet 🙈

      Liebe Grüße aus Bali,
      Manuel

    2. Kommt natürlich immer auf die Definition an. Streng genommen dürfte gefühlt jeder zweite in Bayern alkoholabhängig sein. Die wenigsten haben aber ernsthafte Probleme im Leben damit.

      Ich bin bei dem Thema immer zwiegespalten – kenne auch genügend, die ohne eine allgemein als sinnvoll bezeichnete Aufgabe recht zufrieden sind. Und wenn jemand 2h/Tag Netflix schaut oder zockt – so what.
      Ist mir lieber wie diejenigen die sich dann eine „Aufgabe“ im Verein suchen und allen damit auf den Sack gehen… 😉

      Gesundheitliche Folgen sollte es halt nicht haben. Mein Großvater ist bis 90 regelmäßig ins Fitnessstudio geradelt.

  4. Na, ich denke das traditionelle haben wir ( 2 Personen ) durchaus erreicht. Wir planen auch nur noch 3 Jahre im Angestelltenverhältnis, ob das noch zu etwas mehr reicht? Keine Ahnung, mit der gesetzlichen Rente vielleicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Fam. Plutusandme

    1. Hey,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Glückwunsch dazu schonmal!

      Wenn ihr in den drei Jahren noch etwas in den Markt investiert, bestimmt! Ist ja aktuell wieder bisschen Ausverkauf, da lohnt sichs richtig.

      Und wenn die Rente noch zusätzlich reinkickt, umso besser.

      Liebe Grüße aus Bali,
      Manuel

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