Optionen erklärt – Teil 7: Credit vs. Debit Spreads

Optionen erklärt Teil 7: Credit vs Debit Spreads

Vorwort

In dieser Beitragsserie möchte ich euch das Wissen zum Thema Optionen vermitteln.

Ihr findet alle weiteren Beiträge zum Thema hier.

TeilInhalt
1Grundbegriffe
2Die Put-Option
3Die Call-Option
4Die Griechen
5Cash covered Put vs naked Put
6Covered Call vs. naked Call
7Credit vs. Debit Spreads
8Strangles und Straddles
9Der Iron Condor
10Die Auswahl des Underlyings
11Risiko und Moneymanagement
12Die Königsdisziplin Rollen
13Achtung: Earnings / Dividenden
14Auswahl der richtigen Strategie
15Portfolio-Delta und Delta-Hedging
16Tipps für die TWS

Die dritte Strategie

Wir haben nun schon die Grundbegriffe kennen gelernt. Außerdem wissen wir, was ein Put und was ein Call ist. Die mathematischen Grundlagen (Griechen), die hinter dem Optionspreis stecken, haben wir auch schon behandelt. Die erste Strategie (das Schreiben von Puts) kennen wir ebenfalls schon. Genauso, wie die zweite Strategie (das Schreiben von Calls).

Mit diesem Wissen können wir nun über die dritte Strategie sprechen – das Schreiben von Spreads.

Wir wenden diese Strategie an, um das Risiko der vorherigen beiden Strategien jetzt zu begrenzen und exakt festzulegen.

Der Spread im Allgemeinen

Zuerst müssen wir verstehen, was ein Spread eigentlich ist. Der Spread ist die erste Strategie, die aus mehr als einer Option besteht. Wir sagen dazu, der Spread hat zwei Legs (also Füße), was bedeutet, dass er aus genau 2 Optionen besteht.

Doch wie hilft uns jetzt eine zweite Option, um unser Risiko zu begrenzen?

Schauen wir uns das einfach mal anhand eines Put-Spreads an. Wir handeln dabei folgende Optionen (mit dem gleichen Verfallstag):

  • -1 x Put mit Strike 50 (wir verkaufen einen Put mit Strike 50, gehen also short und bekommen dafür eine Prämie in Höhe von 50 Geldeinheiten)
  • +1 x Put mit Strike 48 (wir kaufen einen Put mit Strike 48, gehen also long und müssen dafür eine Prämie in Höhe von 25 Geldeinheiten bezahlen)

Damit ergibt sich dann folgendes Risikoprofil:

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Hier nochmal zum Vergleich das Risikoprofil eines normalen verkauften Puts:

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Merke: Durch das Kaufen einer Put-Option mit Strike unterhalb des Strikes der verkauften Put-Option können wir unser maximales Risiko stark begrenzen. Wie hoch das Risiko tatsächlich ausfällt können wir dabei selbst bestimmen, indem wir uns einen passenden Strike für den long Put aussuchen. Nachteil dabei ist, dass auch unser maximaler Gewinn kleiner ausfällt, da wir die Prämie für den long Put bezahlen müssen.

Beim Call-Spread sieht es spiegelbildlich aus:

Wir handeln dabei folgende Optionen (mit dem gleichen Verfallstag):

  • -1 x Call mit Strike 50 (wir verkaufen einen Call mit Strike 50, gehen also short und bekommen dafür eine Prämie in Höhe von 50 Geldeinheiten)
  • +1 x Call mit Strike 52 (wir kaufen einen Call mit Strike 52, gehen also long und müssen dafür eine Prämie in Höhe von 25 Geldeinheiten bezahlen)

Damit ergibt sich dann folgendes Risikoprofil:

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Hier nochmal zum Vergleich das Risikoprofil eines normalen verkauften Calls:

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Merke: Durch das Kaufen einer Call-Option mit Strike oberhalb des Strikes der verkauften Call-Option können wir unser maximales Risiko stark begrenzen. Wie hoch das Risiko tatsächlich ausfällt können wir dabei selbst bestimmen, indem wir uns einen passenden Strike für den long Call aussuchen. Nachteil dabei ist, dass auch unser maximaler Gewinn kleiner ausfällt, da wir die Prämie für den long Call bezahlen müssen.

Vor- und Nachteile von Spreads

Wie wir gerade gesehen haben, können wir mit einem Spread unser Risiko stark begrenzen, sollte sich der Wert des Underlyings nicht in die von uns prognostizierte und gewünschte Richtung entwickeln.

Diesen Vorteil erkaufen wir uns aber mit weniger Gewinn, da wir ja die Prämie des long Calls oder Puts bezahlen müssen.

Ein zusätzlicher Vorteil besteht in der geringeren Marginanforderung des Brokers. So müssen wir nur noch Margin in Höhe des maximalen Risikos hinterlegen. In unserem Beispiel von oben also 200 Geldeinheiten abzüglich der eingenommenen Prämie von 25 Geldeinheiten. Würden wir dagegen keinen Spread handeln sondern jeweils nur die short-Position, wäre unsere Marginbelastung ca. bei 1.000 Geldeinheiten (20 % des Strikes * 100). So betrachtet, können wir ca. 5 mal so viele Spreads verkaufen.

Wie wirkt sich das auf unsere Rendite aus?

Ein normaler short Call oder Put bringt uns pro Monat ca. 1 % Prämie ein, wie wir in den vergangenen Artikeln gelernt haben. Handeln wir dagegen 5 mal so viele Spreads, aber nur mit dem halben Gewinn, steigert sich unser endgültiger Gewinn auf 2,5 % pro Monat.

Der Credit Spread

Ein Credit Spread bedeutet, dass wir für den Trade unterm Strich Geld erhalten. Die genauen Vorgänge dazu habe ich weiter oben beschrieben.

Der Debit Spread

Beim Debit Spread ist es genau anders herum. Hier müssen wir für den long Leg mehr Prämie bezahlen, als wir für den short Leg erhalten. Damit kostet uns ein Debit Spread direkt Geld. Doch warum ist das so?

Beim Debit Spread dreht sich die Orientierung der beiden Legs um.

Wir sehen uns das zuerst für einen Bear Put Debit Spread an. Dabei gehen wir von fallenden Kursen aus, denken aber, dass ein zu großer Kursverlust eher unwahrscheinlich ist. Der aktuelle Kurs beträgt 50.

Wir handeln dabei folgende Optionen (mit dem gleichen Verfallstag):

  • +1 x Put mit Strike 50 (wir kaufen einen Put mit Strike 50, gehen also long und müssen dafür eine Prämie in Höhe von 100 Geldeinheiten bezahlen)
  • -1 x Put mit Strike 47,5 (wir verkaufen einen Put mit Strike 47,5, gehen also short und bekommen dafür eine Prämie in Höhe von 50 Geldeinheiten)

Damit ergibt sich dann folgendes Risikoprofil:

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Insgesamt haben wir damit 50 Geldeinheiten ausgegeben und starten daher mit einem Verlust. Fällt nun der Kurs des Basiswerts wie prognostiziert, wird unser Gewinn immer größer, bis wir den maximalen Gewinn von 200 Geldeinheiten erreichen. Sollte der Kurs noch weiter fallen, verdienen wir nichts mehr zusätzlich.

Detailansicht: Betrachten wir den Zustand unserer Optionen, wenn der Kurs am Verfallstag bei 47,5 oder darunter steht. Wir haben also 100 Geldeinheiten für unseren Long Put mit Strike 50 ausgegeben und 50 Geldeinheiten für den Short Put mit Strike 47,5 erhalten. Wir bekommen jetzt 100 Stück des Basiswerts für 47,5 Geldeinheiten pro Stück eingebucht und üben anschließend unseren gekauften long Put zu 50 Geldeinheiten pro Stück aus. Damit erhalten wir einen Gewinn von 250 Geldeinheiten, abzüglich der anfänglich 50 gezahlten. Ergibt also 200 Geldeinheiten Gewinn.

Beim Bull Call Debit Spread sieht es spiegelbildlich aus. Dabei gehen wir von steigenden Kursen aus, denken aber, dass eine zu große Kurssteigerung eher unwahrscheinlich ist. Der aktuelle Kurs beträgt 50.

Wir handeln dabei folgende Optionen (mit dem gleichen Verfallstag):

  • +1 x Call mit Strike 50 (wir kaufen einen Call mit Strike 50, gehen also long und müssen dafür eine Prämie in Höhe von 100 Geldeinheiten bezahlen)
  • -1 x Call mit Strike 52,5 (wir verkaufen einen Call mit Strike 52,5, gehen also short und bekommen dafür eine Prämie in Höhe von 50 Geldeinheiten)

Damit ergibt sich dann folgendes Risikoprofil:

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Insgesamt haben wir damit 50 Geldeinheiten ausgegeben und starten daher mit einem Verlust. Steigt nun der Kurs des Basiswerts wie prognostiziert, wird unser Gewinn immer größer, bis wir den maximalen Gewinn von 200 Geldeinheiten erreichen. Sollte der Kurs noch weiter steigen, verdienen wir nichts mehr zusätzlich.

Detailansicht: Betrachten wir den Zustand unserer Optionen, wenn der Kurs am Verfallstag bei 52,5 oder darüber steht. Wir haben also 100 Geldeinheiten für unseren Long Call mit Strike 50 ausgegeben und 50 Geldeinheiten für den Short Call mit Strike 52,5 erhalten. Wir bekommen jetzt 100 Stück des Basiswerts für 52,5 Geldeinheiten pro Stück ausgebucht und üben anschließend unseren gekauften long Call zu 50 Geldeinheiten pro Stück aus. Damit erhalten wir einen Gewinn von 250 Geldeinheiten, abzüglich der anfänglich 50 gezahlten. Ergibt also 200 Geldeinheiten Gewinn.

Achtung, Steuern!

Leider ist der deutsche Staat bei seinem Bestreben, die Bürger vor sich selbst zu schützen, übers Ziel hinaus geschossen. Es wurde die unsägliche Verlustverrechnungsbeschränkung eingeführt. Damit können pro Jahr nur noch maximal 20.000 € Verluste mit Gewinnen aus Kapitalerträgen verrechnet werden. Übersteigen die Verluste diese Grenze, werden sie in die nachfolgenden Jahre vorgetragen. Dies bedeutet, dass Steuern fällig werden können, obwohl man im Verlust ist!

Beispiel: Wir haben Kapitalerträge in Höhe von 26.000 € durch verkaufte Optionen erzielt. Gleichzeitig haben wir aber 25.000 € für gekaufte Optionen ausgegeben, um unser Risiko zu begrenzen. Jetzt dürfen aber nur 20.000 € angerechnet werden. Ergo müssen 6.000 € „Gewinn“ mit 1.500 € Steuer versteuert werden, obwohl wir eigentlich nur 1.000 € verdient haben. Erst im nächsten Jahr kann man dann die noch fehlenden 5.000 € Verlust in der Steuererklärung angeben. Gibt es aber keine Gewinne, bleibt man auf den Verlusten sitzen!

Zusammengefasst: Die gezahlten Prämien für die Absicherungskomponente beim Spread werden nur bis zur Verlustverrechnungsgrenze mit den Gewinnen aus dem Verkauf der Short-Optionen verrechnet. Daher sollten Spreads nur sehr begrenzt eingesetzt werden, um sich hier kein Eigentor zu schießen!

Handelt man dagegen im Mantel einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG oder Ähnliches) greift diese Begrenzung nicht.


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Wann setzt man was ein?

Was sind nun also die Voraussetzungen für beide Strategien?

Der Credit Spread ist eine Cashflow-Strategie und wird damit von Stillhaltern angewendet. Die Erwartung an den Markt ist dabei eine nur moderate Kursänderung des Basiswerts.

Solltest du aber von größeren Bewegungen ausgehen, wäre eine direktionale Strategie wie der Debit Spread die bessere Wahl.

Erwartung an KursCredit Spread (short)Debit Spread (long)
stark steigend☑️
Bull Call Debit Spread
steigend☑️
Bull Put Credit Spread
gleichbleibend
fallend☑️
Bear Call Credit Spread
stark fallend☑️
Bear Put Debit Spread
Entscheidungsmatrix Spreads

Wo kann man Optionen handeln?

Optionsdepot BANX Broker

Leider bietet nicht jeder deutsche Broker den Handel mit Optionen an. Und wenn, dann meistens mit horrenden Gebühren (z.B. 20 € Gebühr pro Trade – bei 50 € Prämie nicht sehr lukrativ…).

Meldest du dich über meinen Link (inkl. Eingabe des Gutscheincodes) an, kostet dich der Verkauf einer Option nur 3 $ bzw. 1,8 € (anstatt 3,5 $ und 2,0 €). Damit bleibt der Löwenanteil der Prämie bei dir und nicht beim Broker!

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Ich beschäftige mich seit 2015 mit den Themen Finanzen, Frugalismus, Lebensführung und der Frage, wie man ein erfülltes Leben führt. Die finanzielle Unabhängigkeit habe ich schon erreicht. Jetzt geht es darum, mein Wissen zu teilen und anderen zu helfen, ebenfalls ein erfülltes Leben zu führen.

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