Optionen erklärt – Teil 6: Covered Call vs naked Call

Optionen erklärt: Covered Call vs naked Call

Vorwort

In dieser Beitragsserie möchte ich euch das Wissen zum Thema Optionen vermitteln.

Ihr findet alle weiteren Beiträge zum Thema hier.

TeilInhalt
1Grundbegriffe
2Die Put-Option
3Die Call-Option
4Die Griechen
5Cash covered Put vs naked Put
6Covered Call vs. naked Call
7Credit vs. Debit Spreads
8Strangles und Straddles
9Iron Condor
10Auswahl des Underlyings
11Risiko und Moneymanagement
12Die Königsdisziplin Rollen
13Achtung: Earnings / Dividenden
14Auswahl der richtigen Strategie
15Portfolio-Delta und Delta-Hedging

Die zweite Strategie

Wir haben nun schon die Grundbegriffe kennen gelernt. Außerdem wissen wir, was ein Put und was ein Call ist. Die mathematischen Grundlagen (Griechen), die hinter dem Optionspreis stecken, haben wir auch schon behandelt. Die erste Strategie (das Schreiben von Puts) kennen wir ebenfalls schon.

Mit diesem Wissen können wir nun über die zweite Strategie sprechen – das Schreiben von Calls. (Hiermit ist der Verkauf von Call-Optionen gemeint, wir nehmen somit also die Stillhalter-Position ein.)

Wir verwenden diese Strategie immer dann, wenn wir von gleichbleibenden oder sinkenden Kursen ausgehen.

Der covered Call

Um einen verkauften Call covered zu machen, müssen wir die Aktien für die Ausübung der Option im Depot vorhalten. Das bedeutet, dass wir 100 Stück des Underlyings auf dem Konto haben müssen. Diese Wertpapiere dürfen während der Laufzeit des Calls nicht für andere Handelsideen verwendet werden.

Beispiel: Wir verkaufen einen Call mit Strike 50. Sollte sich der Kurs der Underlyings bis zum Ende der Laufzeit über 50 befinden, wird der Käufer des Calls diesen ausüben. Somit müssen wir 100 Stück des Underlyings für 5.000 Geldeinheiten verkaufen. Diese 100 Stück müssen also ständig auf unserem Konto bereitliegen und dürfen nicht für andere Trades verwendet werden.

Welche Rendite ergibt sich nun bei dieser Art von Strategie?

Dadurch, dass wir 100 Stück des Underlyings für die Ausübung bereithalten müssen, berechnet sich unsere Rendite auf genau diese Summe als Basiswert.

Beispiel: Für den oben genannten Call mit einer Laufzeit von 30 Tagen erhalten wir 0,50 Geldeinheiten pro Aktie, also insgesamt 50 Geldeinheiten. Als Sicherheit haben wir 100 Stück der Aktie für angenommene 5.000 Geldeinheiten hinterlegt. Dies entspricht exakt 1 % auf die gesamte Laufzeit. Pro Jahr wären das 12 %.

Ca. 1 % pro Monat ist auch exakt die Rendite, die wir bei solchen Stillhaltergeschäften laut meiner Erfahrung erwarten dürfen. Das ist ja schon mal nicht schlecht, doch gibt es Möglichkeiten, die Rendite noch zu erhöhen? Dies betrachten wir beim naked Call weiter unten.

Das Risiko

Welches Risiko gehen wir beim covered Call ein?

Da wir ja 100 Stück des Basiswerts im Depot vorhalten müssen, tragen wir bis zum Ende der Laufzeit das Kursrisiko des Underlyings. Es könnte ja sein, dass sich der Basiswert im Wert verringert, sprich, der Kurs sinkt. Dies ist das erste Risiko.

Das zweite Risiko ist, dass uns ein größerer Gewinn entgeht, den wir verdienen hätten können, wenn wir keine Option verkauft hätten. Siehe:

Beispiel: Wir haben 100 Stück des Basiswerts für 50 Geldeinheiten pro Stück gekauft. Anschließend wird wieder ein Call mit Strike 50 verkauft. Dafür erhalten wir die Prämie. Sollte der Kurs des Basiswerts bis zum Ende der Optionslaufzeit jetzt aber über 50 steigen, können wir keinen weiteren Gewinn mehr machen, da der Optionskäufer uns die Aktie für 50 Geldeinheiten abkaufen wird, indem er seine Option ausübt. Hätten wir die Option nicht verkauft, könnten wir voll am Kursanstieg des Underlyings partizipieren.

Der naked Call

Beim naked Call nutzt man nun die Margin des Brokers aus. Damit müssen die 100 Stück des Basiswerts erstmal nicht auf dem Konto vorhanden sein – es genügt die Margin-Hinterlegung. Diese beträgt in der Regel 10 – 20 % des Ausübungswerts der Option. Sollte der Call also wertlos verfallen, kann man durch die Margin jetzt 5 – 10 mal so viele Trades eingehen als mit der covered Strategie.

Beispiel: Wir betrachten den selben Call wie oben. Wieder nehmen wir 50 Geldeinheiten für den Verkauf der Option ein. Als Sicherheit müssen wir diesmal aber nur 500 – 1.000 Geldeinheiten hinterlegen. Damit beträgt unsere Rendite auf die gesamte Laufzeit nun 5 – 10 %. Pro Jahr wären das nun 60 – 120 %.

Das Risiko

Welches Risiko gehen wir beim naked Call ein?

Bleibt das Underlying unter unserem verkauften Strike, passiert nichts. Wir nehmen die volle Prämie ein und freuen uns.

Was aber passiert, wenn der Kurs des Basiswerts über unserem Ausübungskurs steigt? Dann müssen wir dem Käufer der Option 100 Stück des Underlyings ausliefern, obwohl wir es gar nicht besitzen! Der Broker wird die Aktien erstmal aus seinem eigenen Bestand dem Käufer gutschreiben. Wir erhalten dann eine Leerverkaufsposition in der Depotübersicht und müssen von nun an Leihgebühren (jeden Monat x Prozent des aktuellen Kurswerts der Position) bezahlen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, wie dieses Spiel zu Ende gehen kann:

  1. Für uns vorteilhaft: Der Kurs des Underlyings sinkt unter 50 und wir können die Aktien günstiger einkaufen, als sie uns ausgebucht wurden. Das bedeutet einen zusätzlichen Gewinn abzüglich der Leihgebühren.
  2. Für uns sehr negativ: Der Kurs des Underlyings steigt immer weiter. Unser Verlust wird dadurch immer größer und die Leihgebühren für den Leerverkauf werden auch immer höher. Gleichzeitig steigt unsere Marginauslastung immer weiter an, was zu einem Margincall führen kann!

Im zweiten Szenario kann es sogar zu einem Short Squeeze kommen, wie damals bei der VW-Aktie Ende 2008. In diesem Fall ist das Risiko sogar unbegrenzt und das gesamte Depot könnte flöten gehen…

Gegenüberstellung Covered Call vs naked Call

Soweit erstmal zur Definition der beiden Strategien.

Welche Vor- und Nachteile haben nun covered Call vs naked Call?

Was?covered Callnaked Call
Renditegutsehr gut
Risikonormalsehr hoch

Coaching Titelbild

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Merke: Der naked Call kann eine viel höhere Rendite bringen als der covered Call. Dies erkauft man sich aber mit einem vielfach höheren Risiko! Du kannst durch zu viele naked Calls sogar ganz schnell dein komplettes Konto verlieren, sollte sich der Markt anders als von dir gedacht entwickeln! Daher: Setze einen naked Call nur ein, wenn du dir deiner Sache sehr sicher bist und du dein Risiko entsprechend gemanaged hast.

Wann setzt man was ein?

Was sind nun also die Voraussetzungen für beide Strategien?

Grundsätzlich gehst du von weiter fallenden, oder zumindest gleichbleibenden Kursen des Underlyings aus. Denn nur dann macht es überhaupt Sinn, als Stillhalter einen Call zu verkaufen.

Bist du sehr bearish im Bezug auf den Basiswert eingestellt, kannst du einen naked Call eingehen, solange du das Risiko im Blick hast. Ist deine Zukunftserwartung an den Kurs aber nur moderat fallend, solltest du auf alle Fälle nur einen covered Call verkaufen.

Wo kann man Optionen handeln?

Leider bietet nicht jeder deutsche Broker den Handel mit Optionen an. Und wenn, dann meistens mit horrenden Gebühren (z.B. 20 € Gebühr pro Trade – bei 50 € Prämie nicht sehr lukrativ…).

Daher habe ich mich für folgenden Broker entschieden: „BANX Broker“

Meldest du dich über meinen Link (inkl. Eingabe des Gutscheincodes) an, kostet dich der Verkauf einer Option nur 3 $ bzw. 1,8 €. Damit bleibt der Löwenanteil der Prämie bei dir und nicht beim Broker!

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Ich beschäftige mich seit 2015 mit den Themen Finanzen, Frugalismus, Lebensführung und der Frage, wie man ein erfülltes Leben führt. Die finanzielle Unabhängigkeit habe ich schon erreicht. Jetzt geht es darum, mein Wissen zu teilen und anderen zu helfen, ebenfalls ein erfülltes Leben zu führen.

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