Optionen erklärt – Teil 5: Cash covered Put vs naked Put

Optionen erklärt: Cash covered Put vs naked Put

Vorwort

In dieser Beitragsserie möchte ich euch das Wissen zum Thema Optionen vermitteln.

Ihr findet alle weiteren Beiträge zum Thema hier.

TeilInhalt
1Grundbegriffe
2Die Put-Option
3Die Call-Option
4Die Griechen
5Cash covered Put vs naked Put
6Covered Call vs. naked Call
7Credit vs. Debit Spreads
8Strangles und Straddles
9Iron Condor
10Auswahl des Underlyings
11Risiko und Moneymanagement
12Die Königsdisziplin Rollen
13Achtung: Earnings / Dividenden
14Auswahl der richtigen Strategie
15Portfolio-Delta und Delta-Hedging

Die erste Strategie

Wir haben nun schon die Grundbegriffe kennen gelernt. Außerdem wissen wir, was ein Put und was ein Call ist. Die mathematischen Grundlagen (Griechen), die hinter dem Optionspreis stecken, haben wir auch schon behandelt.

Mit diesem Wissen können wir nun über die erste Strategie sprechen – das Schreiben von Puts. (Hiermit ist der Verkauf von Put-Optionen gemeint, wir nehmen somit also die Stillhalter-Position ein.)

Wir verwenden diese Strategie immer dann, wenn wir von gleichbleibenden oder steigenden Kursen ausgehen.

Der Cash covered Put

Um einen verkauften Put cash covered zu machen, müssen wir das Kapital für die Ausübung der Option im Depot vorhalten. Das bedeutet, dass wir 100 x Strikepreis als Barguthaben auf dem Konto haben müssen. Dieses Geld darf während der Laufzeit des Puts nicht für andere Handelsideen verwendet werden.

Beispiel: Wir verkaufen einen Put mit Strike 50. Sollte sich der Kurs der Underlyings bis zum Ende der Laufzeit unter 50 befinden, wird der Käufer des Puts diesen ausüben. Somit müssen wir 100 Stück des Underlyings für 5.000 Geldeinheiten kaufen. Diese 5.000 müssen also ständig auf unserem Konto bereitliegen und dürfen nicht für andere Trades verwendet werden.

Welche Rendite ergibt sich nun bei dieser Art von Strategie?

Dadurch, dass wir das volle Kapital für die Ausübung bereithalten müssen, berechnet sich unsere Rendite auf genau diese Summe als Basiswert.

Beispiel: Für den oben genannten Put mit einer Laufzeit von 30 Tagen erhalten wir 0,50 Geldeinheiten pro Aktie, also insgesamt 50 Geldeinheiten. Als Sicherheit haben wir 5.000 hinterlegt. Dies entspricht exakt 1 % auf die gesamte Laufzeit. Pro Jahr wären das 12 %.

Ca. 1 % pro Monat ist auch exakt die Rendite, die wir bei solchen Stillhaltergeschäften laut meiner Erfahrung erwarten dürfen. Das ist ja schon mal nicht schlecht, doch gibt es Möglichkeiten, die Rendite noch zu erhöhen?

Der naked Put

Beim naked Put nutzt man nun die Margin des Brokers aus. Damit muss nur noch ein Anteil des vollen Risikos (100 x Strikepreis) auf dem Konto hinterlegt werden. Dieser Anteil beträgt in der Regel 10 – 20 %. Sollte der Put also wertlos verfallen, kann man durch die Margin jetzt 5 – 10 mal so viele Trades eingehen als mit der cash covered Strategie.

Beispiel: Wir betrachten den selben Put wie oben. Wieder nehmen wir 50 Geldeinheiten für den Verkauf der Option ein. Als Sicherheit müssen wir diesmal aber nur 500 – 1.000 Geldeinheiten hinterlegen. Damit beträgt unsere Rendite auf die gesamte Laufzeit nun 5 – 10 %. Pro Jahr wären das nun 60 – 120 %.

Soweit erstmal zur Definition der beiden Strategien.

Gegenüberstellung der beiden Möglichkeiten

Welche Vor- und Nachteile haben nun cash covered Put vs naked Put?

Was?cash covered Putnaked Put
Renditegutsehr gut
Risikonormalsehr hoch

Merke: Der naked Put kann eine viel höhere Rendite bringen als der cash covered Put. Dies erkauft man sich aber mit einem vielfach höheren Risiko! Du kannst durch zu viele naked Puts sogar ganz schnell dein komplettes Konto verlieren, sollte sich der Markt anders als von dir gedacht entwickeln! Daher: Setze einen naked Put nur ein, wenn du dir deiner Sache sehr sicher bist und du dein Risiko entsprechend gemanaged hast.

Wann setzt man was ein?

Was sind nun also die Voraussetzungen für beide Strategien?

Grundsätzlich gehst du von weiter steigenden, oder zumindest gleichbleibenden Kursen des Underlyings aus. Denn nur dann macht es überhaupt Sinn, als Stillhalter einen Put zu verkaufen.

Bist du sehr bullish im Bezug auf den Basiswert eingestellt, kannst du einen naked Put eingehen, solange du das Risiko im Blick hast. Ist deine Zukunftserwartung an den Kurs aber nur moderat steigend, solltest du auf alle Fälle nur einen cash covered Put verkaufen.

Wo kann man Optionen handeln?

Leider bietet nicht jeder deutsche Broker den Handel mit Optionen an. Und wenn, dann meistens mit horrenden Gebühren (z.B. 20 € Gebühr pro Trade – bei 50 € Prämie nicht sehr lukrativ…).

Daher habe ich mich für folgenden Broker entschieden: „BANX Broker“

Meldest du dich über meinen Link (inkl. Eingabe des Gutscheincodes) an, kostet dich der Verkauf einer Option nur 3 $ bzw. 1,8 €. Damit bleibt der Löwenanteil der Prämie bei dir und nicht beim Broker!

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Ich beschäftige mich seit 2015 mit den Themen Finanzen, Frugalismus, Lebensführung und der Frage, wie man ein erfülltes Leben führt. Die finanzielle Unabhängigkeit habe ich schon erreicht. Jetzt geht es darum, mein Wissen zu teilen und anderen zu helfen, ebenfalls ein erfülltes Leben zu führen.

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