Wie ich mit Verlusten an der Börse umgehe

Börse Verluste Rezession

Aktuelle Lage

Im Moment hat man es als Anleger eher nicht so leicht. Tiefrote Depotauszüge leuchten uns von allen Seiten entgegen. Die wichtigsten Indices haben dieses Jahr gut verloren:

IndexVerlust (YTD)
S&P 500-24,25 %
Dow Jones-20,59 %
NASDAQ 100-32,05 %
Russell 2000-27,14 %
MSCI World-21,44 %
Stoxx Europe 600-20,66 %
DAX-24,23 %
Werte vom 27.09.2022 Abends

Angst?

Angst zu haben bringt einen nicht weiter, im Gegenteil. Im Worst Case führt die Angst nämlich dazu, dass man seine Wertpapiere verkauft, „um noch Schlimmeres zu verhindern“. Viel zu oft passiert dies dann am Tiefpunkt mit dem Ergebnis, später teurer wieder einzukaufen. Falls man denn überhaupt wieder den Einstieg findet…

Gier!

Ja bitte doch – in Maßen! Solche Schwächephasen wie aktuell waren im Rückblick immer perfekte Kaufzeitpunkte. Es gibt jetzt hohe (oder höhere) Dividendenrenditen und damit eine größere Gewinnbeteiligung fürs gleiche neu investierte Geld! Das heißt, jeder investierte Euro kauft dir aktuell so viel Ausschüttung, wie vor einem Jahr ca. 1,25 €. Du bekommst also jetzt 25 % mehr für dein Geld 😉

Selbes Beispiel, nur anderer Ort:

Du kaufst dir normal das Päckchen Butter für 3 € im Supermarkt. Sobald es ein Sonderangebot (nun 2 €) gibt, denkst du dir doch auch „Ja super, da nehme ich doch gleich noch ein Päckchen mehr mit“ oder?

Genau so solltest du die Börse auch sehen und entsprechend handeln.

Die Vergangenheit

Man kann sich auch anschauen, wie schwer vergangene Korrekturen und Crashs ausgefallen sind und wie lange es gedauert hat, bis die Verluste wieder aufgeholt waren (Quelle):

Marktkorrekturen der Vergangenheit
Marktkorrekturen der Vergangenheit
Bärenmärkte der Verhangenheit
Bärenmärkte der Vergangenheit

Wie man sieht, dauerten Korrekturen im Schnitt 4 Monate und hatten 13,7 % Verlust. Nach weiteren 4 Monaten waren die Verluste wieder wett gemacht.

Bärenmärkte hingegen hatten einen durchschnittlichen Verlust von mehr als 30 % innerhalb 14 Monaten. 24 Monate später war alles wieder vergessen.

Wie gehe ich mit der Situation um?

Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.

Warren Buffett

Ich lasse meine Sparpläne trotz Verlusten an der Börse einfach weiterlaufen. Damit werden dann mehr ETF-Anteile fürs gleiche Geld eingesammelt und die zukünftigen Ausschüttungen werden gut steigen. Außerdem investiere ich immer mal wieder einen kleinen Teil meiner Barreserven extra in mein Optionsdepot um damit guten Cashflow zu erzielen, siehe: „Schlagwort Optionen“.

Die mittlerweile knapp 45.000 € Buchverlust (von 375.000 auf aktuell 330.000 €) sehe ich einfach als gegeben hin und komme gar nicht auf die Idee, irgendetwas „dagegen“ zu machen. Ich handle einfach stur meine Strategie bei den Optionen wie gehabt weiter und lasse, wie schon geschrieben, die Sparpläne weiterlaufen.

Zusätzlich nutze ich noch Tax-Harvesting, um meine Steuerlast dieses Jahr zu senken.

Durch die vorgenannten Aktionen werde ich am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen, da bin ich mir absolut sicher. Bisher hat sich Geduld immer noch ausgezahlt, und das wird sie diesmal auch wieder tun, genauso wie die letzten 200 Jahre in der Börsengeschichte.

Ich hoffe, dass ich dir etwas die Angst nehmen konnte und du die Nerven nicht verlierst.

Wie gehst du mit der Situation um?

Lässt du deine Sparpläne weiterlaufen?

Erhöhst du sie vielleicht sogar?

Oder investierst du aktuell gar nichts, bzw. verkaufst sogar?

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Ich beschäftige mich seit 2015 mit den Themen Finanzen, Frugalismus, Lebensführung und der Frage, wie man ein erfülltes Leben führt. Die finanzielle Unabhängigkeit habe ich schon erreicht. Jetzt geht es darum, mein Wissen zu teilen und anderen zu helfen, ebenfalls ein erfülltes Leben zu führen.

8 thoughts on “Wie ich mit Verlusten an der Börse umgehe

  1. Bin seit 2010 an den Märkten investiert und habe seit dem ca. 400 Euro pro Monat über Sparpläne der Investitionssumme im Depot zugeführt sowohl 2020 beim Corona Tief als auch seit dem Februar 2022 Kriegsbeginn in der Ukraine hab ich zusätzlich über den Kisenverlauf hinweg jeweils ca. 8.000 Euro zusätzlich investiert. Spätestens wenn die Dividenden ein einträgliches Maas erreicht haben wächst das Depot von selbst. Christian Sachs von Bergfahrten legt diesen Wert bei ca. 200.000 Euro Depotwert fest.

    Aktuell habe ich bei der Bestätigung des Wahlsiegs von Lula in Brasilien meinen ETF Invesco EM High Dividend Low Vola nomals um 30 Anteile aufgestockt. Stückpreis ca. 20 Euro Dividendenrendite aktuell 8%. Lula wird eine wesentlich offenere Politik als Bolsonaro machen und Brasilien ist in dem ETF aktuell Spitzenreiter. Seit dem Kriegsbeginn habe ich über die Sonderinvestments die Nettodividende für 2023 um 150 Euro netto nach Steuer erhöht. Sollte es Dividendenerhöhungen geben, kommt das als Zuckerl on Top.

    Grundsätzlich kann man sagen, dass ich über den Cashbestand alle meine Sparpläne für 2023 bereits jetzt zum aktuellen Preis zugekauft habe. Langfristig hat es sich bisher immer ausgezahlt und das wird auch diesmal so sein. Wenn man mal davon ausgeht dass die Kurse die nächsten 15 Jahre nicht mehr über das aktuelle Niveau steigen kommt man ja doch auf 2.250 Euro Netto Dividende = 1 Monat Sonderurlaub. Da ich nicht beabsichtige etwas von meinen Basisinvestments bis dahin zu veräußern komme ich ohne Wertzuwachs oder Dividendensteigerungen auf 700 Euro pro Monat x 15 Jahre auf 126.000 Euro Netto Dividende bis dahin. Sorry aber da fällt jegliche Versicherungspolice als Alternative aus. Zudem wird das bei einer Kostenquote von 0,40% erwirtschaftet.

    1. Hallo Oskar,

      danke für deinen Kommentar.

      Genau so ist es 👍

      Die Meisten verstehen einfach nicht, dass man solche Kursverlustperioden nutzen muss.

      Und ebenfalls verstehen sie nicht, dass man temporäre Verluste aussitzen kann und muss, um langfristig erfolgreich zu sein.

      Am Ende wird sich dann zeigen, wer mit welcher Strategie besser gefahren ist.
      Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass der Bargeld unterm Kopfkissen-Sparer vorne liegt 😉

      Grüße,
      Manuel

  2. Ich investiere weiter und die Sparpläne betragsmäßig bleiben unverändert..Kleinere Anpassung kommen immer vor, wenn sich fundamental bei den Unternehmen was ändert.
    Kann nicht warum ein Unternehmen, deren Aktien um 25% gefallen sind, auf einmal schlecht sein soll. Höheren Zinsen mögen geringer Multiples nachsichziehen. Aber ein Unternehmen, was bei 2% mehr Zinsen (in Europa noch nicht erreicht) nicht mehr funktioniert, war nie ein Investment wert. Alleiniges Ausnutzen von Leverage ist kein Geschäftsmodell.

    Probleme habe diejenigen in auf schnelles Geld aus sind oder planbare bzw. lineare Kursgewinn.

  3. Ich vergleiche es immer mit den Wochenprospekten aus dem Supermarkt. Wenn es im Angebot ist und günstig ist, wird gekauft.
    Vielleicht sollte man wirklich mal so ein Wochenblatt im Discounter Format als PDF für günstige Aktien und ETF Angebote erstellen. (Nur heute, der MSCI WORLD für 30% Rabatt!)

  4. Wer seine Hausaufgaben gemacht hat und zu Beginn des Investierens das persönliche Risikoprofil ermittelt hat, ist jetzt wahrscheinlich wesentlich gelassener als jemand, der sich das schnelle Geld an der Börse erhofft hat. Es sind spannende Zeiten, da wird es bestimmt noch einige Turbulenzen geben. Abwarten und Tee trinken ist (also alles weiterlaufen lassen und natürlich halten) in dem Fall meiner Meinung nach die bessere Wahl. Und natürlich die Chancen nutzen, die sich jetzt auftun.

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