Die Konsequenzen der Entscheidungen

Vorwort

Geht es dir auch so? Je mehr man sich in das Thema Finanzen und dem dazugehörigen Mindset einarbeitet, desto mehr bemerkt man, dass jede Entscheidung Konsequenzen nach sich zieht. Die einen treten früher auf, die anderen erst später.

Investiere ich mein Geld in diese oder jene Aktie? Oder nehme ich stattdessen einen ETF? Investiere ich überhaupt? Wenn ja, wann? Sollte ich nicht noch warten, weil der Markt gerade fällt und doch so viele Krisen aktuell sind (Ukraine, Energiepreise, Inflation, Pandemie, etc.)?

Jede dieser Entscheidungen wird irgendwann Konsequenzen zeigen, die du dann tragen / ausbaden musst – egal ob du das willst oder nicht.

Konsequenzen

Doch welche Konsequenzen ergeben sich aus verschiedenen Entscheidungen?

Am Beispiel Finanzen

Hier stellt sich zuerst einmal die Frage, ob du dich überhaupt um deine Finanzen kümmerst. Tust du das nicht, weißt du vermutlich nicht einmal, wie viel Geld du jeden Monat benötigst. Oder du lebst sogar schon unwissend über deinen Verhältnissen und gibst mehr aus, als du verdienst.

Die Konsequenz daraus wird sein, dass du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Alterarmut rutschen wirst. Solltest du sogar über deinen Verhältnissen leben, wirst du schon früher in ernsthafte Schuldenprobleme geraten.

Sobald du also einmal ein Grundverständnis deiner Finanzen erlangt hast, kannst du die gerade beschriebenen Konsequenzen vermeiden. Du gibts nicht weiter mehr aus, als du verdienst und hast im Idealfall erkannt, dass du etwas für deine Altersvorsorge tun musst.

Die nächste Frage, die sich nun stellt, ist, welche Anlageprodukte du nutzen wirst. Lässt du dir von der Finanzindustrie teure Riesterprodukte verkaufen? Oder beschäftigst du dich selbst mit dem Thema und findest dadurch günstigere, flexiblere Alternativen?

Die Konsequenz hieraus kann eine Differenz von mehreren 100.000 € im Endvermögen sein, wenn du in Rente gehst. Es macht nämlich einen gehörigen Unterschied, ob du mit einer Rendite von 3 oder 6 % investierst. Beispiel: 40 Jahre lang sparst du monatlich 100 € und zahlst damit 48.000 € insgesamt ein. Im einen Fall hast du 91.950 € und im anderen Fall 191.700 € Endvermögen. Bei doppelter Sparrate beträgt der Unterschied dann nicht mehr 100.000 € sondern sogar 200.000 €.

Anschließend musst du entscheiden, wann du investierst. Ob jetzt sofort oder lieber erst später, da doch gerade so viele Krisen in der Welt sind. Hier können 5 Jahre einen gehörigen Unterschied machen:

Selbes Beispiel wie oben, nur dieses Mal 35 anstatt 40 Jahre Anspardauer ergeben als Konsequenz: 73.700 € (bei 3 % Rendite) und 138.000 € (bei 6 % Rendite). Also ca. 18.000 beziehungsweise 53.000 € weniger Endvermögen – und das nur, weil du 5 Jahre später angefangen und damit 6.000 € weniger eingezahlt hast. Wenn du mehr dazu erfahren willst, kannst du auch den Artikel „Die Sparquote und die Zeit“ durchlesen.

Bisher haben wir Anlagen in breit gestreute Aktien-ETFs betrachtet. Du könntest dich aber auch dafür entscheiden, einzelne Aktien zu kaufen.

Damit trägst du dann das Risiko, die falschen Aktien gekauft zu haben, und am Ende sogar Geld verbrannt anstatt verdient zu haben. Die Konsequenz daraus ist am Ende vielleicht doch wieder in Altersarmut leben zu müssen.

Am Beispiel Politik

Ich habe lange überlegt, ob ich das Thema auch am Beispiel der Politik darlegen soll, da es ja doch meistens sehr kontrovers gesehen wird. Aber mir ist es einfach wichtig, das Konzept vollumfänglich zu beschreiben und auch aufzuzeigen, was passiert, wenn Entscheidungen getroffen werden, ohne dass der Entscheider die Konsequenzen daraus selber tragen muss.

Wer diesen Teil nicht lesen will, kann den Bereich einfach eingeklappt lassen und unten weiterlesen.

Thema Politik

Nehmen wir als erstes das Thema Energiepolitik in Deutschland. Durch mein Studium der Elektrotechnik habe ich doch gewisse Einblicke in das Fachwissen und die Physik hinter dem Thema.

Die Entscheidung unserer Politiker, sämtliche fossilen Kraftwerke und auch die Atomkraftwerke kurz- bis mittelfristig abzuschalten und unseren Strom nur noch durch die erneuerbaren Energien zu produzieren kann ich mir nur so erklären, dass sie absolut keine Ahnung von unserem Stromnetz haben. Das Schlimmste ist aber, dass ihnen das scheinbar komplett egal ist, da sie sich anscheinend auch nicht das entsprechende Wissen aneignen wollen, oder ihre Entscheidung mal gehörig überdenken wollen. Nein, lieber wird weiter an der Ideologie festgehalten, koste es, was es wolle.

Kurzer Einschub: Unsere Stromnetze funktionieren nur, wenn zu jeder Zeit exakt so viel Leistung eingespeist wird, wie gerade verbraucht wird. Produzieren wir zu wenig, sinkt die Netzfrequenz unter 50 Hz, da sich dann die großen von Dampf angetriebenen Generatoren abbremsen um die fehlende Leistung durch die abnehmende gespeicherte Rotationsenergie bereitzustellen. Dies erkennen die Netzbetreiber und regeln dann zum Beispiel beim Gaskraftwerk nach, indem sie mehr Gas verbrennen und somit die Generatoren wieder auf Geschwindigkeit bringen. Sollte weniger verbraucht werden als gerade produziert wird, steigt die Netzfrequenz und es muss in diesem Beispiel weniger Gas verbrannt werden, damit die Generatoren wieder langsamer werden.

Was also passiert nun, wenn wir so weitermachen wie von den Politikern propagiert? Es wird im schlimmsten Fall zu Blackouts kommen, im besten hingegen zu einer Strommangelwirtschaft (ganze Firmen werden zeitweise abgeschalten, da nicht genügend Strom zur Verfügung steht – dann stehen die Bänder bei BMW z.B. still). Dies führt dann zu Produktionsausfällen und am Ende zu Wohlstandsverlusten für uns alle.

Und warum? Weil Sonne und Wind nicht kontrollierbar sind, es wird nur das produziert, was Mutter Natur gerade liefert. Man kann die Sonne nicht einfach heller stellen, wenn man es gerade braucht. Das nächste Problem ist, dass der Strom nicht über Generatoren (wie oben beschrieben) eingespeist wird, sondern direkt über große Wechselrichter. Diese haben keine Schwungmassen, die als kurzfristiger Ausgleich wirken können. Sonne weg – Strom weg. Wind weg – Strom weg. Noch dazu gibt es sogenannte Dunkelflauten in denen weder Sonne noch Wind zur Erzeugung beitragen.

Sollen wir in dieser Zeit dann im Dunkeln sitzen? Oder ist das Ziel, dass wir uns Strom aus den AKWs der Nachbarländer zu horrenden Preisen einkaufen müssen? Falls sie denn selbst genug haben und uns überhaupt unterstützen können…

Aber ich bin mir sicher, die Politiker, die sowas entscheiden, sitzen in ihren Häusern mit Notstromgeneratoren oder exorbitant großen und damit auch teuren Batteriespeichern und müssen daher die Konsequenzen nicht am eigenen Leib spüren. Falls nicht, macht ihnen ein hoher Strompreis auch nicht viel aus, bei den mehr als ausreichenden Gehältern, die sie „verdienen“.

Man könnte jetzt auch noch viel über unsere Sozialsysteme, die Staatsquote, die Zuwanderung oder die Schuldenlast schreiben, aber das ist nicht mein Spezialgebiet, deshalb spare ich mir das.

Am Beispiel Job

Du kennst es bestimmt auch, wenn dein Vorgesetzter eine Entscheidung trifft, deren Konsequenzen er nicht selbst ausbaden muss, sondern du. Sei es, dass du eine Arbeit auf wenig effiziente Art und Weise erledigen musst, einfach, weil es schon immer so gemacht wurde. Oder du wirst zu irgendwelchen unsinnigen Extra-Arbeiten (z.B. Bürokratie) verdonnert, die dem Unternehmen absolut nichts bringen, aber vielleicht deinen Chef vor seinem Chef gut dastehen lassen? Oder aber die eine Abteilung macht Einsparungen im Vorprodukt deiner Abteilung, aber ihr habt nun unendlich mehr Aufwand dadurch, so dass unterm Strich im Unternehmen keine Kosteneinsparung, sondern sogar eine Kostensteigerung bleibt?

Hier kann man sehr schön sehen, wohin es führt, wenn Entscheider die Konsequenzen nicht selbst tragen müssen.

Am Beispiel Lebensentscheidungen

Welchen Beruf hast du gewählt? Wo wohnst du? Welchen Arbeitgeber hast du dir ausgesucht und musst du pendeln? Diese Entscheidungen bergen diverse Konsequenzen in sich, welche man zum Teil im Artikel „Dein wahrer Stundenlohn“ sehen kann. Sie entscheiden darüber, was du verdienst und wie viel deiner Einnahmen du wieder ausgeben kannst oder musst.

Die nächste große Entscheidung ist, ob du ein Auto besitzt, und wenn ja, welches. In „Die Vorteile eines alten Autos“ habe ich den Unterschied aufgezeigt.

So hat sich zum Beispiel ein Bekannter einen Porsche als Zweitwagen zugelegt. Als wir dann von unseren Plänen (eine Weltreise zu machen) erzählt haben, kam als Antwort nur: „Meinen Porsche würde ich nicht hergeben – auch nicht für eine Weltreise“. Ja, auch diese Entscheidung hatte also Konsequenzen…

Nach der Arbeit kommst du nach Hause und hast die Wahl, vor dem TV gemütlich mit einem Bier zu sitzen, bis du dich schlafen legst oder aber du kannst an einer weiteren Einnahmequelle arbeiten (Nebenjob, Nebengewerbe, Weiterbildung).

Kurzfristig erscheint es so, als hätte diese Entscheidung keinerlei Konsequenzen, aber auf lange Sicht macht sie den „Unterschied zwischen Arm und Reich“.

Auch die Entscheidung ein großes Haus mit großem Garten zu haben, zieht diverse Konsequenzen nach sich. So musst du wahrscheinlich eine höhere Kreditrate an die Bank zahlen, als wenn du eine kleinere Wohnung finanziert hättest. Der Garten kostet dann anschließend wieder Geld (Werkzeuge, Maschinen, Abfälle, Gießwasser, etc.) und vor allem auch viel Zeit, die für die Pflege draufgehen – schließlich will man es dann ja auch schön haben. Wenn du in den Urlaub fahren willst (und du es dir trotz der genannten Kosten leisten kannst) brauchst du jemanden, der sich darum kümmert – vor allem, wenn du vorhast, länger zu verreisen. Vielleicht würdest du auch gerne „deine Stunden reduzieren“, kannst es dir aber nun durch deine Entscheidung nicht mehr leisten?

Fazit

Du siehst also, jede Entscheidung – sei sie noch so klein – hat früher oder später Konsequenzen, die du dann tragen musst. Diese können monetärer Natur sein (du musst also dafür bezahlen) oder dich einfach nur Zeit kosten (für die Pflege, Wartung, etc.). Außerdem kann es sein, dass du etwas anderes dafur aufgeben musst.

Sei dir dessen immer bewusst und versuche dir schon im Vorhinein auszumalen, welche Konsequenzen dich erwarten können, damit du kluge Entscheidungen triffst. Beherzigst du dies, wirst du ein viel besseres, freieres, entspannteres Leben führen, als die meisten anderen.

Wie siehst du das?

Trägst du die Konsequenzen deiner Entscheidungen selbst?

Machst du dir Gedanken über die Konsequenzen, wenn du eine Entscheidung triffst?

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

8 thoughts on “Die Konsequenzen der Entscheidungen

  1. Hallo Manuel,

    vielen Dank für deinen Artikel..
    Ich denke es trifft einen der wichtigsten Aspekt des Lebens. Leider denke viele in schwarz oder weiß; sieht man auch in den bisherigen Kommentaren. Auch ich gehe mit den Schlußfolgerungen der Beispiele nicht 100% konform.

    Es verstehen die wenigsten warum ich 15 Jahre das gleiche Auto hatte und nun 8 Jahre mein neues, ohne daran zu denken es zu verkaufen.. Ich leiste mir den Luxus von Neuwagen, fahre sie aber länger. Viele erkennen im Alter, dass alle 3-5 Jahre einen Neuwagen mit ordentlich Leistung eine Stange Geld gekostet hat und nun bei der Rente fehlt. Jahrelang war man der Spielverderber und nun zu spät erkennen sie, die Konsequenzen ihres Handels. Bin ja schon froh, wenn nicht gefordert wird, dass man von seinem ersparten etwas abgeben soll in Form von Steuern.

    Jeder sollte wieder mehr auf andere zugehen und zumindest ihre Argumente anhören und respektieren, sofern sie nicht völlig abwägig sind.

    1. Hallo Torsten,

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich finde auch, Argumente sollte man sich immer anhören und dann seine eigene Position / Meinung reflektieren.
      Das gehört zu einer guten Diskussionskultur dazu.
      Diese Mentalität, „deine Meinung / Ansichten gefallen mir nicht, daher rede ich nicht mehr mit dir / lese nichts mehr von dir“ wird keinen weiterbringen. So verbleibt jeder in seinem eigenen Denkmuster.

      Welches Auto fährst du denn aktuell?

      Grüße,
      Manuel

      1. Aktuell einen Volvo V40, davor einen Opel Astra Edition 2000.
        Eigentlich natürlich zu teuer. Gerade bei 7.000 km jährlicher Fahrleistung, wenn die Urlaube weiter weg sind. Aber den kleinsten Motor. Gab den gleichen Motor mit 120. 150 oder 180 PS. Natürlich hätte es rund 2.500 oder 5.000 € mehr bedeutet, im wesentlichen nur für eine andere Motorsteuerung.

        Zuhören und nachvollziehen der Gründen von Entscheidungen ist wesentlich für meinen Beruf als externer Prüfer in Unternehmen.

        1. Hallo Torsten,

          ah, ist bestimmt ein gutes Auto 👍

          Dein Vorgänger ist ja fast mein Auto 🙂 Fahre einen Opel Astra von 2004. Habe eine ähnliche Fahrleistung wie du (< 6.000 km). Hat dieses Jahr nochmal Tüv bekommen, beim nächsten Mal wäre er 20 🙈Freut mich, dass dir Zuhören liegt 🙂Grüße, Manuel

  2. Über einen langen Zeitraum habe ich den Blog gerne gelesen und hätte mir wohl im Nachhinein den Teil mit der Politik sparen sollen. Bei der Einleitung dachte ich noch, dass ein angenehm objektiv (oder zumindest nur leicht subjektiver) Einschub kommt. Spätestens bei Formulierungen wie „wie von den Politikern propagiert“ war ich dann aber raus. Schade.

    1. Hallo Ex-Leser,

      Das ist schade.

      Es muss nicht alles jedem gefallen – aber das ist ja das schöne an der Meinungsfreiheit.

      Auch unangenehme Themen muss man ansprechen dürfen – wer das nicht verkraften kann ist wahrscheinlich dann auf meinem Blog falsch.

      Ich wünsche dir weiterhin ein gutes Leben und vielleicht schaust du ja in Zukunft doch mal wieder vorbei.
      Grüße,
      Manuel

  3. Du hast Elektrotechnik studiert? Dann aber wohl vor langer Zeit oder nicht ordentlich aufgepasst. Es gibt inzwischen viele gute Lösungen, um die Schwankungsbreite von Solar- und Windenergie zu reduzieren bzw. die negativen Effekte abzufedern. Aber ist natürlich einfacher auf „die Politiker“ zu schimpfen und dabei noch mit eigenem (vermeintlichen) Fachwissen zu prahlen…

    1. Hallo,

      ja, welche denn?
      Welche Technologie macht denn Solar- und Windenergie grundlastfähig und das zu geringen Kosten?
      Es gibt natürlich diverse Technologien, um Energie zu speichern, aber diese kranken immer daran, dass es nicht wirtschaftlich ist und / oder in den Größenordnungen, die wir für die gesamte Energieversorgung Deutschlands bräuchten, einfach nicht herstellbar ist innerhalb kurzer Zeit.

      Grüße,
      Manuel

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