Erstes finanziell unabhängiges Jahr


Dieser Artikel ist Teil der Beitragsserie: „meine Reise“


Das Jahr der Optimierungen

2021 war, dank den Corona-Maßnahmen und der damit im Überfluss vorhandenen Zeit, für mich das Jahr der Optimierungen. Jede Ausgabe wurde auf den Prüfstand gestellt und hinterfragt, ob das so nötig ist und wenn ja, ob es auch irgendwie günstiger geht. Genauso bei den Einnahmen. Hier habe ich mir immer die Frage gestellt, ob es Anlagen gibt, die – unter Berücksichtigung der Diversifikation – mehr Rendite bei gleichem oder ähnlichem Risiko liefern.

Ausgaben

Die ADAC-Mitgliedschaft habe ich gekündigt und stattdessen den KFZ-Schutzbrief bei meiner Versicherung abgeschlossen.

–> Jährliche Ersparnis: 39 €

Das Bankkonto bei der Sparkasse habe ich gekündigt und mir stattdessen die kostenlosen Girokonten von N26 und der DKB geholt.

–> Jährliche Ersparnis: 48 €

Die Visa-Kreditkarte von Payback habe ich gekündigt und mir stattdessen eine kostenlose von Tchibo geholt.

–> Jährliche Ersparnis: 30 €

Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich eine Hausratversicherung wirklich noch benötige. Man soll ja nur die wirklich existentiellen Risiken (Gesundheit, Privathaftung, etc.) versichern. Und bei ca. 300.000 € Gesamtvermögen dürfte die Neuanschaffung des kompletten Hausrats einen nicht mehr aus der Bahn werfen.

–> Jährliche Ersparnis: 66 €

Die Privathaftpflichtversicherung hatte ich bisher bei der VKB, da es dort bis zum 30. Lebensjahr einen vergünstigten Tarif gab. Nun bin ich gewechselt zu Haftpflicht-Helden (*) und zahle hier weniger für sogar bessere Leistung (Tip: melde dich über meinen Link an und spare automatisch 6 € jährlich gegenüber dem normalen Beitrag).

–> Jährliche Ersparnis: 21,80 €

Da mir mein Arbeitgeber ein Diensthandy zur Verfügung stellt, welches ich auch privat nutzen darf (sogar inklusive dem Datenvolumen) habe ich mir einen anderen Tarif für meine private Rufnummer gesucht, welcher mich absolut gar nichts kostet, da ich rein über den Tarif des Arbeitgebers telefoniere und mobiles Internet nutze.

–> Jährliche Ersparnis: 129,35 €

Einmal alle zwei Jahre rufe ich bei meinem Telefon-Anbieter an, um meinen Vertrag wieder für 2 Jahre zu verlängern, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich mind. 2 Monatsraten erstattet bekomme. Das hat auch dieses Jahr wieder funktioniert.

–> Jährliche Ersparnis: 29,90 €

Zusammengerechnet komme ich so auf eine jährliche Ersparnis von: 364,05 €

Das mag vielleicht nicht nach viel aussehen, aber Kleinvieh macht auch Mist und mir fehlt es dadurch an nichts. Kleiner Funfact: bei 4 % Brutto-Dividendenrendite (angelehnt an die Trinity-Studie) müsste man über 12.000 € investieren, um Netto diese Summe zu bekommen. Bedeutet jetzt: ich muss 12.000 € weniger ansparen ?

Einnahmen

Bei den Einnahmen konnte ich nur drei Punkte verbessern:

  1. Steuer-Harvesting
  2. hohe Sparquote
  3. Optionsdepot verbessern

Ich habe ETFs, die im Minus waren, verkauft und gleich wieder gekauft. Damit entstand ein steuerlicher Verlust, welcher auf dem Verlustverrechnungstopf gesammelt wird und bei Ausschüttungen aus ETFs wieder verrechnet wird. Dadurch bekommt man die nächsten Ausschüttungen steuerfrei.

Durch meine oben genannten Einsparungen und zusätzlich durch die wenigen Freizeitangebote und damit -ausgaben konnte ich die Sparquote gut steigern. 80,65 % betrug diese 2021 (wenn man alle Einkünfte, also auch die passiven, zusammenrechnet).

Mein Optionsdepot hatte ich in den Jahren zuvor eher stiefmütterlich behandelt. Ich machte nur wenige Trades und hatte auch nur Standardwerte im Depot. Durch die neu gewonnenen Erkenntnisse habe ich 2021 dann viel öfters mit Optionen gehandelt und auch CEFs gekauft, welche zwischen 6 und 12 % jährlich ausschütten (mehr dazu in separaten Artikeln).

Das Ergebnis

Ende 2021 stand dann plötzlich ein Vermögenszuwachs von ca. 74.000 € und passive Einnahmen von netto 17.855 € in den Büchern. Und das bei Ausgaben von 17.660 € inklusive Rücklagen von 2.160 € für ein neues Auto.

Macht zusammen: 17.660 € Ausgaben bei 17.855 € passiven Einnahmen.

Monatlich sind das: 1.471 € Ausgaben bei 1.487 € passiven Einnahmen.

Damit war ich nun offiziell finanziell unabhängig im Jahr 2021. ?☺️

Es blieb sogar noch ein Überschuss von 196 € über.

Wer es genauer wissen will, findet hier die Zahlen.

Wahnsinn! Ich konnte es selbst kaum glauben, dass es jetzt doch so schnell ging. Aber Ausdauer und Fleiß zahlt sich auf lange Sicht eben doch aus.

Auswirkungen

Welche Auswirkungen hat diese Erkenntnis nun auf mein Leben und meinen Job?

In der Arbeit konnte ich kürzer treten und meine Wochenstunden von 38 auf 30 reduzieren. Das dadurch geringere Einkommen wird schon um ein Vielfaches durch mein passives Einkommen kompensiert. Die verringerte Arbeitszeit hat es mir ermöglicht, mich in meiner Freizeit in vielen Themen stark weiterzubilden. Außerdem ist mein Stresspegel enorm gesunken und meine Gesundheit hat sich, durch vermehrten Sport, verbessert. Generell kommt noch diese „Ich sehe alles nicht mehr so eng“-Einstellung dazu. Der Grund dafür dürfte das sogenannte „Fuck you money“ sein. Ich denke mir wirklich immer öfter, dass ich nicht mehr jeden Mist mitmachen muss, sondern einfach nein dazu sagen kann. Es entspannt einfach ungemein zu wissen, dass man alleine über 16 Jahre vom gesparten Kapital leben kann, wenn man die Ausgaben nicht erhöht. Rechnet man dann noch die Erträge mit, kann man quasi unbegrenzt auf dem aktuellen Lebensstandard weitermachen, und das ohne in die Arbeit zu gehen.

Wie sieht es bei dir aus?

Wo befindest du dich auf der Reise zur finanziellen Unabhängigkeit?

Wie viel Geld benötigst du im Jahr?

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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