Entdeckung von Optionen


Dieser Artikel ist Teil der Beitragsserie: „meine Reise“


Ein Blog sticht hervor

Unter den vielen Finanzblogs, die ich in den letzten Monaten verschlungen habe, war einer, der sich, anders als die anderen, mit dem Thema Optionen beschäftigt hat. Bis dato wusste ich nichts darüber. Von Optionsscheinen hatte ich schon gehört, aber auch, dass man davon besser die Finger lassen sollte. Daher war ich zuerst skeptisch. „Bestimmt wieder so ein Affiliate-Ding, bei dem der Blogbetreiber wieder nur Anmeldungen beim Broker erzielen will und die dahinterstehende Strategie Mist ist“ – dachte ich mir.

Optionen vs. Optionsscheine etc.

Dann aber habe ich mich doch immer weiter in diesem Blog eingelesen und die Informationen nur so aufgesogen. Anders als viele denken, sind Optionen einfach etwas ganz anderes als Optionsscheine. Zum Vergleich habe ich euch hier mal eine Gegenüberstellung erstellt:

MerkmalOptionenOptionsscheine etc.
Emittent (Herausgeber)auch du selbstnur die Bank
KursfeststellungAngebot & Nachfrage an der BörseVorgabe durch die ausgebende Bank
Knock-Out-Schwellegibt es nichtdurch die Bank vorgegeben
Emittentenrisikogibt es nichtdie Bank kann pleite gehen
Standardisierungdurch Börse vorgegebenjede Bank gibt andere heraus
Kombinationsmöglichkeitenbeliebigeingeschränkt
Gegenüberstellung Optionen vs. Optionsscheine

Und jetzt noch die Erklärung für die Tabelle:

Optionsscheine werden nur von Banken ausgegeben. Die genaue Ausgestaltung hat dabei nur diese in der Hand. Die fähigsten Mathematiker und rechnen die für die Bank besten / günstigsten Konditionen / Bedingungen aus, welche dann für die Optionsscheine gelten.

Optionen hingegen können von jedem, der eine Zulassung zum Handeln an Terminbörsen hat, gehandelt werden. Mit dabei sind natürlich auch die Banken. Aber auch der Privatanleger kann hier mitmachen. Der Vorteil ist, dass man so auch auf der Verkäufer-Seite stehen und damit verdienen kann.

Bei den Optionsscheinen werden die An- und Verkaufskurse von der ausgebenden Bank gestellt. Diese hat ein natürliches Interesse daran, die Kurse so zu stellen, dass die Bank gut daran verdient…

Anders bei den Optionen. Dort bildet sich der Kurs durch Angebot und Nachfrage frei auf dem Markt. Dabei sind viele verschiedene Marktteilnehmer (Privatanleger, Marketmaker, Banken, Spekulanten) mit unterschiedlichen Interessen involviert, was zu fairen Preisen führt.

Bei den Optionsscheinen oder ähnlichen Produkten gibt es oft eine sogenannte Knock-Out-Schwelle. Hierbei wird das Produkt in der Regel sofort wertlos, wenn ein bestimmter Kurs des Bezugswerts (eine Aktie, ein Index, etc.) über- oder unterschritten wird. Dies passiert auch bei einer nur kurzfristigen Berührung dieser Schwelle, selbst wenn der Bezugswert danach wieder in die „richtige“ Richtung läuft. –> Totalverlust kann damit jederzeit passieren.

Bei den Optionen hingegen gibt es diese Schwelle nicht. Die Preise können sich zwar sehr stark verändern, aber ein plötzlicher Totalverlust ist hier ausgeschlossen.

Da die Optionsscheine ja nur von Banken herausgegeben werden, trägt man hier auch immer das Risiko, dass die Bank während der Laufzeit des Produkts pleite geht und man damit einen Totalverlust hinnehmen muss.

Bei den Optionen hingegen wird dieses Risiko durch die sogenannten Margin-Anforderungen der Broker und der Börse ausgeschlossen. Diese achten darauf, dass immer genügend Kapital auf dem Handelskonto vorhanden ist, um die Rechte und Pflichten der Optionen auch wirklich einlösen zu können. Sollte das einmal nicht mehr so sein, wird automatisch ein Teil des Kontos liquidiert.

Bei den Optionsscheinen kann jede Bank ihr eigenes Produkt maßschneidern und auf den Markt bringen. Daher gibt es hier unzählige verschiedene Ausprägungen, was es schwierig macht, durchzublicken.

Die Optionen hingegen sind von den Terminbörsen komplett standardisiert. Eine Optionen „funktioniert“ daher immer gleich. Bedeutet: Einmal den Mechanismus gelernt und verstanden –> maschinelles, immer gleiches Handeln möglich.

Da die Optionsscheine, wie schon gesagt, von den Banken ausgegeben werden, kann man hier nicht selbst beliebige Kombinationen erstellen, sondern muss sich mit dem vorhandenen Angebot begnügen.

Bei den Optionen hingegen gibt es zwar nur Puts und Calls, welche man kaufen oder verkaufen kann – also genau 4 verschiedene Grundmöglichkeiten. Aber man kann dies nun beliebig kombinieren (verschiedene Strikes, Laufzeiten, etc.) und damit sein Risiko und den Ertrag beliebig steuern.

Das will ich auch probieren!

Nachdem ich dann alle Vorteile der Optionen verinnerlicht hatte, wollte ich auch unbedingt damit starten und ebenfalls zweistellige Renditen erzielen. Also schnell ein Depot bei einem passenden Broker erstellen (bei dem man Optionen zu vernünftigen Ordergebühren handeln kann) und Geld einzahlen.

Zum Beginn empfiehlt es sich, eine einfache Strategie (z.B. Wheel-of-Fortune) auszuwählen und dann damit Erfahrung zu sammeln. Mehr zu möglichen Strategien (und auch meiner eigenen) gibt es später in einem separaten Artikel.

Nur so viel vorab: Ab jetzt lies ich mich für das Kaufen von Aktien und ETFs durch Put-Optionsprämien bezahlen…

Kennst du Optionen?

Wenn ja, handelst du sie auch?

Wie sind deine Erfahrungen damit?

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

8 thoughts on “Entdeckung von Optionen

  1. Hallo Manuel,
    ich bin auch durch Chris Blog zu Optionen gekommen. Leider hat er mit dem Blog aufgehört. Schade!!! Der Blog war sehr lehrreich und motivierend. Vielleicht kann Chris mal schreiben, warum er aufgehört hat. Ich wollte damals keinen komplizierten Broker und bin zu Degiro. Sehr günstiger Broker mit einer übersichtlichen Handelsplattform und der Optionskauf ist auch einfach umzusetzen. Nachteil: Man kann nur europäische Aktienoptionen handeln. Aber es gibt ja auch in Europa viele interessante Möglichkeiten. Ich habe nie das Ziel, die Aktien eingebucht zu bekommen. Zur Not kann man die Option rollen. Meistens verkaufe ich langlaufende Optionen (1 bis 1 1/2 Jahre). Wenn es starke Kursbewegungen gibt kann man schon nach wenigen Wochen für die Hälfte zurückkaufen. Optionen sind ein schöner Nebenverdienst. Man muss auch kein Kapital einsetzen, da man für die Option Geld bekommt, mit dem man in der Zwischenzeit arbeiten kann.

    Grüße,
    Thorsten

    1. Hallo Thorsten,
      Danke für deinen Kommentar ?
      Degiro wäre für mich nichts, da ich fast nur US-Optionen handle.
      Die sind meiner Meinung nach einfach liquider, gerade beim Rollen ist das sehr wichtig.

      Ich finde Banx, gerade die App, auch gar nicht kompliziert. Einmal reingefuchst, dann hat man das drauf ?

      Grüße,
      Manuel

  2. Sehr interessanter Blog, lese hier neuerdings gerne mit und hab mir nun das Buch Strategisch Investieren mit Aktienoptionen gekauft, da du mich angefixt hast 😛
    Wo handelst du denn mit Optionen? IB ist wohl der größte aber hier habe ich gelesen, dass IB keine Kapitalertragssteuer einzieht und man diese beim Finanzamt dann später nachzahlen muss, schreckt etwas ab.

    1. Hallo Marv,

      Das Buch habe ich sogar selbst 🙂
      Ich handle bei Banx, ist ein deutscher Ableger von IB, daher Service deutsch und du bekommst am Ende des Jahres einen Bericht, den du für die deutsche Steuer nutzen kannst.
      Aber auch hier musst du nachzahlen – finde ich aber gar nicht schlimm…
      Hier findest du den Link zu Banx: Empfehlungen

      Gruß,
      Manuel

  3. Hallo Manuel,

    Sehr spannend deine Reise zu verfolgen, da ich eine ähnliche Reise hinter mir habe.
    Darf ich fragen, welcher Blog das damals war, der dich auf den Optionshandel gebracht hat?
    Gerne auch per E-Mail beantworten 😉

    Beste Grüße

    1. Hi Chris,

      Ich denke, das dürfte deiner gewesen sein, zumindest teilt ihr euch den gleichen Vornamen ?

      Easydividend hieß der Blog.

      Mich würde brennend interessieren, wie deine Reise aussah. Vielleicht magst du dazu ja etwas schreiben?

      Grüße,
      Manuel

      1. Sehr spannend! Das war mein Blog damals, freue mich wie ein Schnitzel 😉
        Können uns dazu gerne austauschen, lass uns demnächst mal gerne telefonieren, wenn Interesse besteht.

        beste Grüße
        Chri

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